Der Förderverein Schloss Schwarzburg e.V. gründete sich aus einer Bürgerbewegung zur Rettung und Erhaltung von Schloss Schwarzburg am 4. März 1996 unter dem Motto „Vergangenheit braucht Zukunft“.

Schwarzburg ist ein Ort, an dem exemplarisch die Brüche in der Geschichte Thüringens erfahrbar und sichtbar werden. 

Das Jahrhunderte alte Stammschloss der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt gehörte zu den schönsten Barockschlössern Thüringens. Fürst Günther von Schwarzburg-Rudolstadt dankte 1918 als letzter der deutschen Fürsten ab. Mit ihm endete das Zeitalter feudaler Strukturen. 

In Schwarzburg unterschrieb am 11. August 1919 der Reichspräsident Friedrich Ebert mit der Weimarer Verfassung die erste demokratische Verfassung Deutschlands. In ihr erhielten die Freiheits- und Menschenrechte Verfassungsrang. Dieses Ereignis in Schwarzburg kennzeichnet einen Meilenstein in der Geschichte des Parlamentarismus auf thüringischem Boden. 

1940 begann auf Befehl Adolf Hitlers unter Einsatz von Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen die zum Glück nicht vollendete Zerstörung von Schloss Schwarzburg, aus dem ein „Reichsgästehaus für den Führer“ werden sollte. Die sichtbaren Spuren der barbarischen Zerstörungen durch das menschenfeindliche faschistische System stehen für ein nationalsozialistisches Kulturverbrechen. Damit wurde Schloss Schwarzburg auch zu einem sichtbaren Beispiel für die Gefährdung und Verletzbarkeit von Demokratie. 

Heute stehen Menschen ehrenamtlich dafür, diesen historischen Spannungsbogen für die Zukunft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. 

Der stetig wachsende Förderverein Schloss Schwarzburg beschloss im Jahr 2017 sein Engagement für Demokratie auch in seinen Namen und in seine Satzung zu integrieren. Heute ist er als „Förderverein Schloss Schwarzburg- Denkort der Demokratie“ weit über Thüringen hinaus bekannt. Unser Ziel ist es, Schloss Schwarzburg zu einer lebendigen Begegnungsstätte im ländlichen Raum zu machen.

Es ist unser Anliegen, die dramatische Geschichte des Schlosses und des Ortes Schwarzburg für viele Gäste sichtbar und erlebbar zu machen. Es geht uns um die Erhaltung und Erschließung der des Schlosses und darum, vor allem jungen Menschen erfahrbar zu machen, dass Demokratie und Menschenrechte kein selbstverständliches Gut sind, sondern dass wir alle für deren Bewahrung auch für die Zukunft verantwortlich sind. 

Wir arbeiten mit einem umfangreichen Netzwerk von Partnern und Verbündeten zusammen. Stellvertretend seien hier die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der Weimarer Republik e.V. und die IBA Thüringen genannt. 

Schloss Schwarzburg ist Teil der „Straße der Menschenrechte und Demokratie“ in Thüringen. Die Unterzeichnung der ersten demokratischen Verfassung Deutschlands durch Friedrich Ebert ist Grund genug, das Erinnern an dieses herausragende historische Ereignis am historischen Ort lebendig zu halten. Zu diesem Zweck wurden 11 im Fußweg eingelassene Steine mit Artikeln der Weimarer Verfassung entlang der Promenade auf der Schlossterrasse errichtet. Ganz bewusst wurden jene Artikel ausgewählt, die für einstige DDR-Bürger besondere Bedeutung haben. Artikel 1 „Die Staatsgewalt geht vom Volke aus“, Artikel 109 „Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich“, Artikel 114 „Die Freiheit der Person ist unverletzlich“, oder Artikel 118 „Eine Zensur findet nicht statt“.

Zudem kann das – gerade im Renovierungsbau befindliche – Schloss Schwarzburg am Wochenende durch einen Audiowalk erkundet werden. Mittels eines Audiowalks von der Schlossanlage bis ins Hauptgebäude kann man sich seit Mitte 2019 ein Bild dieses denkwürdigen Ortes machen. Langfristig soll es Korrespondenzstandort zum “Haus der Weimarer Republik“ werden.

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