1997 beschloss der Deutsche Bundestag, den ersten Reichskanzler Otto von Bismarck durch die Errichtung einer selbstständigen Stiftung zu würdigen, deren Sitz das historische Bahnhofsgebäude von Friedrichsruh ist. Seit 2007 obliegt der bundesunmittelbaren Institution des öffentlichen Rechts auch die museale und wissenschaftliche Leitung des Bismarck-Museums in Bismarcks Geburtsort Schönhausen/Elbe, seit 2009 betreut sie außerdem das Bismarck-Museum in Friedrichsruh.

Zu den wesentlichen Aufgaben der Otto-von-Bismarck-Stiftung gehören die wissenschaftliche Forschung zu Bismarck und seiner Zeit sowie die historisch-politische Bildungsarbeit. Überparteilich und nach streng wissenschaftlichen Kriterien zielt sie darauf ab, die Leistungen des preußisch-deutschen Staatsmannes zu würdigen, ohne die Grenzen und Defizite seines Handelns zu ignorieren.

Mit ihrer Dauerausstellung über das Leben und Werk Otto von Bismarcks bietet sie dem Besucher einen abwechslungs- und erlebnisreichen Gang durch die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts. Öffentliche Vorträge, Sonder- und Wanderausstellungen sowie ein umfangreiches museumspädagogisches Angebot für Schulen und andere Besuchergruppen ergänzen das Veranstaltungsprogramm. Das Archiv mit dem schriftlichen Nachlass Otto von Bismarcks und die öffentlich zugängliche Bibliothek ermöglichen allen Interessierten eine intensive Beschäftigung mit speziellen historischen Fragestellungen.

Zudem wirkt die Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh wie in Schönhausen als Lernort der Demokratiegeschichte. Auch wenn ihr Namensgeber nicht zum Demokraten geschminkt werden kann, vermag sein Leben doch exemplarisch den steinigen Weg zu Demokratie und Freiheit in Deutschland zu erzählen. Untrennbar verbunden mit Bismarck, der zeitlebens ein Monarchist war und blieb, sind der Aufbau eines Verfassungs- und Rechtsstaates sowie die Einführung eines allgemeinen und gleichen Männerwahlrechts auf nationaler Ebene.

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