In diesem Jahr stehen im Etat der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien Mittel für das Thema „Orte der Demokratiegeschichte“ zur Verfügung. Vier Träger aus dem Kreis der Arbeitsgemeinschaft haben mit Erfolg einen gemeinsamen Rahmenantrag eingereicht; alle Einzelprojekte haben in den vergangenen Wochen die Arbeit aufgenommen.

Deutsche Gesellschaft: Symposium zur Demokratiegeschichte

Eingedenk der Erosions- und Krisenerscheinungen, gegen die sich unsere Demokratie behaupten muss, ist es dringend geboten, den Erfolg demokratiegeschichtlicher Erinnerungsarbeit zu überprüfen und zu steigern. Die Deutsche Gesellschaft e. V. organisiert deshalb ein eintägiges Symposium in Berlin, auf dem (erfolgreichere) Wege und Methoden zur Vermittlung von Demokratiegeschichte erörtert werden sollen. Um Erkenntnisse und Impulse des Symposiums für einen größeren Interessentenkreis nutzbar zu machen, ist die Veröffentlichung der Tagungsergebnisse in einer Publikation geplant.

Das Symposium, das – in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Entwicklung – frühestens im Spätherbst 2020 stattfinden kann, versteht sich als Fortsetzung der  Tagung vom Februar 2019, die sich der doppelten Leitfrage gewidmet hat, was unter dem Terminus „Demokratiegeschichte“ zu verstehen ist und welche Ereignisse bzw. Entwicklungen und welche Orte, Personen, Institutionen sowie Traditionen als „Kristallisationspunkte“ der demokratiegeschichtlichen Entwicklung zählen können (weitere Informationen).

Gegen Vergessen – Für Demokratie: Praxis der historisch-politischen Bildung

Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. ist eine überparteiliche Vereinigung, die mit über 2.000 Mitglieder in über 40 Regionalen Arbeitsgruppen in ganz Deutschland historisch-politische Bildung betreibt. Die Vereinigung arbeitet seit mehreren Jahren intensiv mit Demokratiegeschichte.

Gemeinsam mit AG-Mitgliedern werden im Rahmen des BKM-Projektes Angebote für Orte der Demokratiegeschichte gestaltet. Dafür werden u. a. Workshops angeboten sowie Handreichungen und Praxistipps für die historisch-politische Bildung erarbeitet. Zudem wird der Blog Demokratiegeschichten ausgebaut, auf dem sich die AG-Mitglieder vorstellen und Inhalte Ihrer Arbeit einbringen können. Weiterhin werden AG-Mitglieder, die kleinere Erinnerungsorte vertreten, mit dem BKM vernetzt, damit deren Anliegen stärker politisch Gehör finden.

Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus: 100 Köpfe der Demokratie. Biographische Zugänge zur Demokratiegeschichte in Deutschland

Die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus widmet sich der Erstellung einer repräsentativen Auswahl an 100 demokratischen Köpfen, deren Biographie das Engagement, den Einsatz und das Ringen für Demokratie in der deutschen Geschichte der vergangenen beiden Jahrhunderte deutlich macht. Diese demokratischen Wegbereiter sollen in einer Datenbank versammelt werden, die die Grundlage für ein Veranstaltungsangebot im Rahmen der Orte der Demokratiegeschichte schafft. Diese Datenbank, in der neben Referenzliteratur auch Expertinnen und Experten zu der jeweiligen Person aufgeführt werden, soll bundesweit Veranstaltungen von Kooperationspartnern ermöglichen, die über diese Köpfe zur Diskussion über Demokratiegeschichte anregen. Auch deswegen bemüht sich das Projekt um eine ausgewogene Auswahl demokratischer Persönlichkeiten, die die verschiedenen Regionen Deutschlands ebenso wie verschiedene persönliche Hintergründe und damit die Vielfalt demokratischen Engagements in unserer Geschichte verdeutlicht.

Weimarer Republik e.V.: Kataster der Orte der Demokratiegeschichte

Durch den Weimarer Republik e.V. wird ein Kataster der Orte der Demokratiegeschichte erarbeitet. Dabei geht es um die Frage, was einen solchen Ort auszeichnet und welche Orte in Deutschland diese Kriterien erfüllen könnten. Weiterhin sollen die Mitglieder der AG vernetzt und beraten und durch eine zentrale Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden – insbesondere durch eine überarbeitete und erweiterte Webseite und geeignete Publikationen. Darüber hinaus werden in dem Projekt die Forschung und die internationale Vernetzung zur Demokratiegeschichte analysiert und vorbereitet.

Mit den neuen Projekten plant die Arbeitsgemeinschaft, die Relevanz der Demokratiegeschichte bundesweit zu steigern und sie zu einem wichtigen Pfeiler der historisch-politischen Bildungsarbeit zu entwickeln.

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