Die Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“, in der sich 36 Organisationen aus allen Teilen Deutschlands zusammengeschlossen haben, spricht sich für die stärkere Förderung der demokratischen Erinnerungsorte durch den Bund aus.

Dies könnte am besten in einem eigenen Programm außerhalb der bereits bestehenden Gedenkstättenförderung erfolgen. Notwendig sei in jedem Fall eine systematische Unterstützung der Erinnerungsorte und der mit ihnen verbundenen zivilgesellschaftlichen Initiativen. Ein solches Ziel sollte Eingang finden in den Koalitionsvertrag einer neuen Bundesregierung.

Die systematische Bundesförderung würde nach Überzeugung der Arbeitsgemeinschaft die Chance auf eine deutlich stärkere identitätsstiftende Demokratie- und Erinnerungsarbeit eröffnen. Gerade angesichts aktueller politischer Entwicklungen sei es notwendig, den langen Kampf für Freiheit und Demokratie in der deutschen Geschichte in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Jubiläen wie der 100. Jahrestag der Novemberrevolution und der Gründung der Weimarer Republik 2018/19 böten dafür sehr gute Anlässe. Ziel müsse sein, die Erfahrungen früherer Generationen für aktuelles Handeln zu nutzen und den Wert demokratischer Errungenschaften besser zu verdeutlichen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ hat sich im Juni 2017 in Berlin gegründet. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Wahrnehmung der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte lokal, regional und deutschlandweit zu fördern. Der zeitliche Bogen reicht dabei von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart und schließt u.a. solche historischen Ereignisse ein wie das Hambacher Fest, die Revolution von 1848/49, die Weimarer Republik, die Gründung der Bundesrepublik oder die Friedliche Revolution im Jahr 1989.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ sind sehr vielfältig. Zum Teil handelt es sich um größere Einrichtungen und Stiftungen, zum Teil um kleine Vereine. Auch der jeweilige Fokus ist verschieden und beispielsweise an historischen Ereignissen und Epochen, an herausragenden Persönlichkeiten der Demokratiegeschichte oder an übergreifenden Fragen orientiert. Dennoch soll es gelingen, künftig enger zusammenzuarbeiten, etwa über Thementage, eine gemeinsame Internetpräsenz, wissenschaftlichen Austausch und die Entwicklung von Bildungsangeboten. Zugleich möchte sich die Arbeitsgemeinschaft dafür einsetzen, die Erinnerungskultur zur deutschen Demokratiegeschichte bundesweit stärker zu fördern.

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