Was ist ein Ort der Demokratiegeschichte?

Orte der Demokratiegeschichte sind physische oder symbolische Orte, an denen die Erinnerung an Prozesse der Demokratisierung kristallisiert. Sie verweisen auf Personen, Aktionen, Ereignisse, Entwicklungen, Institutionen, etc., die mit einem “mehr” an Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verbunden sind.

Demokratiegeschichte bezeichnet dabei das individuelle und gesellschaftliche Ringen um die Verwirklichung von Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im historischen Prozess, egal ob die konkreten Bemühungen im Einzelfall unmittelbar von Erfolg gekrönt waren oder nicht.

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Baden-Württemberg

  • Mannheimer Volksversammlung, Mannheim

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    u.a. Schloss Mannheim, Bismarckstraße, 68161 Mannheim.
    Am 27. Februar 1848 beriefen Gustav Struve und andere radikale Liberale in Mannheim eine Volksversammlung ein. Aus der Versammlung gingen die sogenannten Märzforderungen nach Pressefreiheit, Gerichtsbarkeit und Schaffung eines deutschen Parlaments hervor. Zunächst nur an die badische Regierung in Karlsruhe gerichtet, verbreiteten sich die Forderungen und wurden in vielen Teilen Deutschlands der Forderungskatalog der Märzrevolutionäre.

  • Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg

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    Pfaffengasse 18, 69117 Heidelberg.

    Die bundesunmittelbare Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte erinnert an das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt in der deutschen Geschichte. Das von ihr getragene Geburtshaus mit der Dauerausstellung „Vom Arbeiterführer zum Reichspräsidenten“ sowie Bibliothek und Archiv hat sich zu einem Lernort der Demokratiegeschichte entwickelt, der jährlich um die 70.000 Besucher verzeichnet. Mit Veranstaltungen, Wanderausstellungen und Publikationen fördert die Stiftung das Andenken an Friedrich Ebert und trägt zum Verständnis der deutschen Geschichte seiner Zeit bei.

  • Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart

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    Konrad-Adenauer-Straße 16, 70173 Stuttgart.

    Das Haus der Geschichte befasst sich mit der 200-jährigen Historie der Länder Baden und Württemberg und richtet dabei den Fokus auf die Chancen politischer und gesellschaftlicher Teilhabe seiner BewohnerInnen. Revolutionszeiten und Landesgründung spielen dabei eine gewichtige Rolle. Weitere Projekte, z.B. zum Thema Frauen im Gemeinderat, befassen sich mit relevanten Aspekten der Demokratiegeschichte.

  • Landtag Baden-Württemberg, Stuttgart

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    Haus des Landtags, Konrad-Adenauer-Straße 3, 70173 Stuttgart.

    Zunächst im Eduard-Pfeiffer-Haus in Stuttgart untergebracht, tagt der Landtag seit 1961 im “Haus des Landtags”. Dieses war der erste eingeweihte Parlamentsneubau nach dem Zweiten Weltkrieg. Damit konnte auch den Anforderungen des geeinten südwestdeutschen Bundeslandes entsprochen werden.

  • Landtag von Württemberg-Baden, Stuttgart

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    Heusteigstraße 45, 70180 Stuttgart.
    1946 vereinigten sich die drei südwestdeutschen Landtage zum gemeinsamen Landtag von Württemberg-Baden. Getagt wurde fortan im Eduard-Pfeiffer-Haus. Hier traf der Landtag in den kommenden Jahren richtungsweisende Entscheidungen, wie die Annahme des Grundgesetzes 1949 und die Verabschiedung der Landesverfassung 1953.

  • Verfassungsgerichtshof für das Land Baden-Württemberg, Stuttgart

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    Urbanstraße 20, 70182 Stuttgart.

    Beschreibung folgt

  • Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart

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    Feuerbacher Weg 46, 70192 Stuttgart.

    1959, nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit als Bundespräsident, kehrte Theodor Heuss nach Stuttgart zurück. Dort wohnte er bis zu seinem Tod 1963 im Feuerbacher Weg. Er empfing politischen und privaten Besuch und verfasste Teile seiner Memoiren. Die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus betreibt die Ausstellung, befasst sich durch Forschungen und Publikationen mit der Zeitgeschichte und fördert durch Vorträge und Seminare die politische Bildung.

  • Erinnerungsstätte Matthias Erzberger, Münsingen-Buttenhausen

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    Mühlsteige 21, 72525 Münsingen-Buttenhausen.

    Eine der wichtigsten Schlüsselfiguren zwischen Deutschem Kaiserreich und Weimarer Republik war Matthias Erzberger. Seine Finanzreformen von 1919/20 sind bis heute weitgehend gültig. Als bekennender Republikaner fiel er 1921 einem rechtsterroristischen Attentat zum Opfer. Um das Gedächtnis an den 1875 in Buttenhausen geborenen Parlamentarier und Minister wachzuhalten, wurde 2004 in seinem Geburtshaus durch das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und die Stadt Münsingen eine Erinnerungsstätte eingerichtet.

  • Theodor-Heuss-Museum, Brackenheim

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    Obertorstraße 27, 74336 Brackenheim.

    In der Geburtsstadt des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss befindet sich das nach ihm benannte Museum. Hier wird das Leben des liberaldemokratischen Parlamentariers, Literaten und Journalisten vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik nachgezeichnet. So sollen in Brackenheim BesucherInnen zur individuellen Auseinandersetzung mit der historischen Figur Theodor Heuss motiviert werden.

  • Historisches Rathaus / Stadt- und Freiheitsmuseum, Sinsheim

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    Hauptstraße 92, 74889 Sinsheim.

    Das Sinsheimer Rathaus entwickelte sich bereits zu Beginn des Jahres 1848 zum Zentrum der demokratischen Revolution. Hier traten die RepublikanerInnen zusammen. Am 24. April 1848 rief der Apotheker und Revolutionär Gustav Mayer unter dem Jubel der DemokratInnen vom Rathaus die Republik aus. Das Museum am historischen Ort widmet sich detailliert der Vorgeschichte und dem Verlauf der Revolution 1848/49 und thematisiert zudem die Wirkung der 48-er Emigranten in den Vereinigten Staaten. Sie gibt damit auch Einblick in die interkontinentalen Beziehungen der DemokratInnen der Zeit. 

  • Bundesverfassungsgericht, Karlsruhe

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    Schloßbezirk 3, 76131 Karlsruhe.

    “Hüter der Verfassung” und Beschützer der BürgerInnen lauten die Funktionen des Bundesverfassungsgerichts. Als oberstes Gericht entscheidet es sowohl bei Konflikten zwischen Staatsorganen als auch bei Klagen der StaatsbürgerInnen gegen den Staat. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist damit wichtig für die Verankerung der demokratischen Grundrechte im öffentlichen Bewusstsein. Sie weist immer wieder auf die Unveräußerlichkeit dieser Grundrechte hin.

  • Erinnerungsstätte Ständehaus, Karlsruhe

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    Ständehausstraße 2, 76133 Karlsruhe.

    Das Badische Ständehaus entstand 1822 als das erste für diesen Zweck neu errichtete Parlamentsgebäude in Deutschland. Hier tagte bis 1918 die Badische Ständeversammlung, danach bis 1933 der Badische Landtag. Das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäude wurde 1961/62 abgerissen und 1993 durch einen Neubau, das „Neue Ständehaus“, ersetzt. Hier präsentiert die Erinnerungsstätte Ständehaus seitdem in einer Dauerausstellung die badische Parlaments- und Demokratiegeschichte.

  • Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, Rastatt

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    Herrenstraße 18, 76437 Rastatt.

    Rastatt spielte eine zentrale Rolle in der Endphase der Revolution 1848/49. Im Schloss begann am 9. Mai 1849 der Aufstand badischer Soldaten, die sich zur Verfassung der Nationalversammlung bekannten. Hier war 1849 die letzte Bastion der FreiheitskämpferInnen bis zur Kapitulation am 23. Juli. Heute erinnert eine Ausstellung an die Geschichte deutscher Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert, komplettiert durch einen Teil über Opposition, Widerstand und Friedliche Revolution in der DDR.

  • Kultur- und Erinnerungsstätte „Salmen“, Offenburg

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    Lange Str. 52, 77652 Offenburg.

    Der „Salmen“ wird seit 2002 als Kultur- und Erinnerungsort genutzt. Hier verabschiedete die sogenannte Offenburger Versammlung um Friedrich Hecker und Gustav Struve die „13 Forderungen des Volkes“. Dieses Papier fand große Resonanz in der Freiheitsbewegung 1847/48 in ganz Deutschland. Andererseits wurde der „Salmen“ ab 1875 von der jüdischen Gemeinde Offenburg als Synagoge genutzt und 1938 von den Nazis geschändet. Mit den Novemberpogromen 1938 wurden auch die Werte und Ideale der 1848er-Bewegung buchstäblich mit Füßen getreten. Das Gebäude steht wie kein zweites in Deutschland für die beiden Seiten der deutschen Geschichte. Der Erinnerungsort wird bis 2022 grundlegend umgebaut und modernisiert.

  • Lörrach

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    79539 Lörrach.

    Durch seine Lage im Dreiländereck Frankreich-Schweiz-Deutschland war Lörrach immer wieder Ausgangspunkt demokratischer Bestrebungen. Aus dem Baseler Aufenthalt vorbereitet, verkündete der badische Revolutionär Gustav Struve in Lörrach am 21. September 1848 die Deutsche Republik, deren vorläufiger Regierungssitz Lörrach sein sollte. Auch wenn die weitere Revolution scheiterte, zeigt sich in Lörrach die internationale Perspektive der Demokratisierung, die im 19. Jahrhundert den gesamten Kontinent ergriff.

Bayern

  • Bayerischer Verfassungsgerichtshof, München

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    Prielmayerstraße 5, 80335 München.

    Beschreibung folgt

  • Beratender Landesausschuss Bayern, München

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    Aula der Münchner Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München.
    Mit dem Zusammentritt des Beratenden Landesausschusses am 26. Februar 1946 in der Aula der Münchner Universität wurde der Weg zu einer demokratischen Landesverfassung beschritten. Am gleichen Ort wurde anschließend auch die Verfassung des Landes Bayern beraten und beschlossen. Das Parlament zog 1949 in das Maximilianeum um. Seitdem dient die Aula, neben ihrer ursprünglichen Funktion als Hörsaal, auch als Konzertraum.

  • Bayerischer Landtag, München

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    Max-Planck-Straße 1, 81675 München.

    Am 12. Januar 1949 hielt der wiedergegründete bayerische Landtag seine erste Sitzung im Maximilianeum München ab. Bei seiner ersten Sitzung war der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer als Präsident des Parlamentarischen Rates anwesend. 2005 wurde der Neue Plenarsaal eröffnet, der Gästen und Presse weiteren Platz bietet und eine Live-Übertragung der Sitzungen ermöglicht. Die “Herzkammer der Demokratie” kann so von einem erweiterten Kreis besucht und stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

  • Herrenchiemsee Verfassungskonvent, Herrenchiemsee

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    Altes Schloss, 83209 Herrenchiemsee.

    Im August 1948 versammelten sich die Delegierten der westlichen Länder zur Beratung eines Verfassungsentwurfes auf der bayerischen Insel Chiemsee. Mit einem 95-seitigen Dokument entstand hier das Grundgerüst des Grundgesetzes. Die hier erstmals festgeschriebene “Ewigkeitsklausel” garantiert, dass elementare Grundrechte und Staatsprinzipien wie Schutz der Menschenwürde und das Prinzip der Volkssouveränität selbst durch eine Verfassungsänderung weder verändert noch beseitigt werden können.

  • Coburger Volksbefragung, Coburg

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    96450 Coburg.
    In Coburg wurde 1920 zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine territoriale Neugliederung auf direktdemokratischer Basis vollzogen. Die Erinnerung an dieses Ereignis stellt aber erst in neuerer Zeit den demokratischen Charakter ins Zentrum. Dadurch hat die Volksbefragung nationale Bedeutung jenseits der Regionalgeschichte erlangt. 

  • Gaibacher Fest & Gaibacher Konstitutionssäule, Volkach

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    97332 Volkach.
    Am 27. Mai 1832 versammelten sich unter der Gaibacher Konstitutionssäule mehrere Tausend Menschen für eine Verfassungsfeier. Im Laufe des Tages kritisierten sie die Verfehlungen des bayerischen Monarchen und forderten die Errichtung einer Republik, woraufhin die Anführer verhaftet wurden. Daraufhin versiegte die Erinnerung an die Ereignisse. Erst seit den 1970er-Jahren finden in Gaibach wieder Verfassungsfeiern mit Gedenken an die demokratische Tradition Bayerns von 1818 über 1832 bis heute statt.

Berlin

  • Singakademie, Berlin

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    heutiges Maxim-Gorki-Theater, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin. 
    Am 25. Mai 1848 tagte in der Sing-Akademie erstmals ein aus freier Wahl hervorgegangenes Parlament für Preußen, die preußische Nationalversammlung. In der Folge erarbeitete das Parlament die “Charte Waldeck”, die demokratische Richtlinien etablieren wollte. Auch wenn die Verfassungsgebung am Erstarken restaurativer Kräfte nach 1848 scheiterte, hatten die Abgeordneten die Ideen der Machtbegrenzung des Königs unwiderruflich nach Preußen gebracht.

  • Palais Hardenberg, Berlin

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    Dönhoffplatz / Leipziger Straße 75 (heute Leipziger Straße 55; Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört), 10117 Berlin.
    Das Palais diente seit 1849 als Sitz des Abgeordnetenhauses, und damit der Vertretung des Volkes, für den preußischen Landtag. Deutschlandweite Bedeutung erhielt es, da hier auch der erste Deutsche Reichstag 1871 zu seiner eröffnenden Sitzung zusammentraf und die erste gesamtdeutsche Verfassung von 1871 verabschiedete. Heute erinnern weder die neu errichteten Gebäude noch vorhandene Gedenktafeln an einen der wichtigsten Orte deutscher Demokratiegeschichte.

  • Bundesrat (Preußisches Herrenhaus), Berlin

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    Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin.

    Im September 2000 zog der Bundesrat in die neue Hauptstadt. Mit der Wahl des Sitzungsortes knüpfte er an eine lange Tradition an. Im Gebäude hatten bereits Reichstag, Preußisches Herrenhaus, Ministerium für Volkswohlfahrt und Preußischer Staatsrat ihren Sitz. Letzterer wählte zwischen 1921 und 1933 Konrad Adenauer zu seinem Präsidenten. Am Ort des Bundesrates konzentriert sich daher nicht nur die demokratische, sondern auch die föderale Tradition der Bundesrepublik.

  • Abgeordnetenhaus, Berlin

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    Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin.

    Mehr als 100 Jahre Parlamentsgeschichte sind im Berliner Abgeordnetenhaus versammelt. So fiel die Wahl des Sitzungsortes des Berliner Parlaments nach der Wiedervereinigung fast folgerichtig einstimmig auf den ehemaligen Sitz des Preußischen Landtages. Eine Ausstellung im Abgeordnetenhaus gibt Auskunft über die Funktion und Rolle des Hauses sowie seiner Verortung in der Stadt- und Landesgeschichte.

  • Deutscher Bundestag (Reichstagsgebäude), Berlin

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    Platz der Republik 1, 10117 Berlin.

    Ein Jahr nach der Wiedervereinigung beschloss der Bundestag: “Sitz des Deutschen Bundestages ist Berlin”. Damit zog die Vertretung der deutschen StaatsbürgerInnen, das gesetzgebende und zentrale Organ einer jeden Demokratie, zurück an den Ort, an dem auch das erste nationale Parlament 1894 zusammengetreten war. Der Schriftzug über dem Eingang: “Dem Deutschen Volke” erinnert und appelliert an die Abgeordneten, ihre Tätigkeit als “Vertreter des ganzen Volkes” (GG, Art. 38) auszuüben.

  • Brandenburger Tor, Berlin

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    Pariser Platz, 10117 Berlin.
    Das Brandenburger Tor markierte bis 1990 die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und damit die Grenze zwischen den Staaten des Warschauer Paktes und der NATO. Am 9. November 1989 besetzten DDR-BürgerInnen das Tor und die davor liegende Mauer, ein Meilenstein in der Friedlichen Revolution. Dadurch wurde ein Symbol der absolutistischen Machtentfaltung (nach innen und außen) auch zu einem repräsentativen Ort der Demokratie.

  • Deutsches Historisches Museum, Berlin

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    Unter den Linden 2, 10117 Berlin.

    Das Deutsche Historische Museum ist Deutschlands nationales Geschichtsmuseum. Es versteht sich als ein Ort lebendiger Vermittlung und Diskussion von Geschichte. In temporären und Dauerausstellungen befasst es sich mit Demokratiegeschichte, zum Beispiel 2019 mit der Ausstellung zur Weimarer Republik und dem partizipativen Demokratie-Labor. Letzteres nahm die gegenwärtigen gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse in den Blick und schuf ein Bewusstsein dafür, dass Demokratie von der Partizipation und dem Engagement aller lebt und sich deshalb beständig weiterentwickelt.

  • Forum Willy Brandt, Berlin

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    Behrenstraße 15, 10117 Berlin.

    Das Forum Willy Brandt Berlin ist ein Ort der historischen Bildung und des Dialogs in der Mitte Berlins. Die Erinnerung an das Leben und politische Wirken Willy Brandts, der die Entwicklung Deutschlands und Europas im 20. Jahrhundert entscheidend mitgeprägt hat, ist der Ausgangspunkt unserer Arbeit. Das vielfältige Bildungs- und Veranstaltungsprogramm deckt ein breites Spektrum von historischen Themen bis hin zu aktuellen politischen Fragen ab.

  • Zionskirche, Berlin

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    Zionskirchplatz, 10119 Berlin.

    Im Herzen der Hauptstadt gelegen, repräsentiert die Zionskirche einen demokratischen Rückzugsraum in autoritären Regimen. Immer wieder wurde sie zum Sammelpunkt demokratischer Bewegungen. Hier wirkte von 1931-33 der spätere Widerständler gegen das NS-Regime Dietrich Bonhoeffer. In den 1980er-Jahren trafen sich in der Kirche dann Teile der antifaschistischen, oppositionellen und der Umweltbewegung.

  • Alexanderplatz, Berlin

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    Alexanderplatz, 10178 Berlin.
    Sowohl 1848 als auch 1989/90 wurde der Berliner Alexanderplatz Zeuge revolutionärer Ereignisse. Während 1848 Barrikaden- und Straßenkämpfe das Bild prägten, fand im November 1989 hier die größte nicht-staatliche Demonstration in der DDR statt. Beide Ereignisse stehen symbolisch für den gemeinsamen Weg von Demokratisierung und Einigung Deutschlands.

  • Nikolaikirche, Berlin

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    Nikolaikirchplatz, 10178 Berlin.

    In der Nikolaikirche wurden am 6. Juli 1809 die ersten gewählten Stadtverordneten und der Magistrat vereidigt. Ausgangspunkt waren die zuvor erlassenen Stein-Hardenbergschen Reformen, mit denen u.a. das freie Wahlrecht eingeführt wurde. Damit begann der Weg der kommunalen Selbstverwaltung in Preußen. Eine Plakette erinnert an diesen Meilenstein kommunaler Demokratiegeschichte, der 1990 mit der konstituierenden Sitzung des Gesamtberliner Abgeordnetenhauses fortgeführt wurde.

  • Friedhof der Märzgefallenen, Berlin

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    Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin.

    255 Opfer der Barrikadenkämpfe vom 18. März 1848 sind auf dem Berliner Friedhof der Märzgefallenen beigesetzt. Meist einfache BürgerInnen gaben Ihr Leben für Forderungen nach Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie. Ein Erbe, das die Novemberrevolution 1918 antrat, deren Tote ebenfalls hier beerdigt sind. Als Gedenk- und Lernort schenkt der Friedhof der europäischen Dimension der Revolution 1848 besondere Beachtung. Er wirkt im Sinne demokratischer Traditionsbildung und für die europäische Demokratie im 21. Jahrhundert.

  • Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde / Gedenkstätte der Sozialisten, Berlin

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    Gudrunstraße 20, 10365 Berlin.

    Der Friedhof in Friedrichsfelde wurde am 21. Mai 1881 eröffnet und entwickelte sich seit Wilhelm Liebknechts Beisetzung 1900 zum bevorzugten Begräbnisort führender Vertreter der ArbeiterInnenbewegung. Als letzte Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten und RepräsentantInnen der Zeitgeschichte ist der Zentralfriedhof ein Spiegel politischer Ereignisse und geistig-kultureller Strömungen des 20. Jahrhunderts. Eine Ausstellung informiert über die Friedhofsgeschichte und das Leben der hier Bestatteten.

  • Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin, Berlin

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    Elßholzstraße 30-33, 10781 Berlin.

    Beschreibung folgt

  • Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin

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    Stauffenbergstraße 13, 10785 Berlin.

    Im Bendlerblock, dem einstigen Sitz des Heeresoberkommandos, wurde am 20. Juli 1944 der Versuch unternommen, das nationalsozialistische Regime zu stürzen. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand befindet sich am historischen Ort dieses Umsturzversuches. Die hier geschaffene Ausstellung dokumentiert umfassend die Motive, Methoden und Ziele des Kampfes gegen den nationalsozialistischen Unrechtsstaat.

  • Rathaus Schöneberg, Berlin

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    Am Rathaus 2, 10825 Berlin.

    Ab 1949 als Tagungsort des West-Berliner Stadtparlaments genutzt, zog ein Jahr später die von BürgerInnen der USA und der US-amerikanischen Regierung gestiftete Freiheitsglocke unter das Dach des Rathauses. Seitdem soll ihr tägliches Läuten an die Freiheit Berlins erinnern. Am 26. Juni 1963 hielt Kennedy auf dem Balkon des Rathauses seine berühmte Rede, die die Worte beinhaltete: “Ich bin ein Berliner”. Diese paraphrasieren bis heute das Bekenntnis und den Auftrag der Stadt zu Freiheit und Demokratie.

  • Schloss Schönhausen, Berlin

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    Tschaikowskistraße 1, 13156 Berlin.

    Während das Schloss zwischen 1964 und 1988 vorrangig als Gästehaus der DDR-Regierung diente, beherbergte es seit dem 27. Dezember 1989 den “Zentralen Runden Tisch” der DDR. Dieser beschloss die endgültige Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und die Abhaltung der ersten freien Volkskammerwahlen im März 1990. Der Runde Tisch war maßgeblich an der Demokratisierung der DDR beteiligt, seine abhaltende Position zur Wiedervereinigung mit der Bundesrepublik konnte sich aber nicht durchsetzen.

  • Gedenkstätte 17. Juni 1953, Berlin

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    Gedenkstätte für Opfer des 17. Juni 1953, 14109 Berlin.
    Seit dem 25. Juni 1953 erinnert ein Gedenkkreuz in West-Berlin an die Ereignisse vom 17. Juni des Jahres. Mit dem Volksaufstand in der DDR hatte sich eine jeweils lokal initiierte Protestwelle gegen die SED-Regierung entwickelt. Diese konnte nur militärisch niedergeschlagen werden. In der DDR als “konterrevolutionärer Putschversuch” bezeichnet, galt der 17. Juni in der Bonner Republik als „Tag der deutschen Einheit“ und “Nationaler Gedenktag des deutschen Volkes”, der dann 1990 durch den 3. Oktober abgelöst wurde.

Brandenburg

  • Landtag Brandenburg, Potsdam

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    Alter Markt 1, 14467 Potsdam.

    Ein Neubau in Anlehnung an das ehemalige Stadtschloss beherbergt seit 2014 den Brandenburgischen Landtag. Dem Neubau war eine Befragung der BürgerInnen vorausgegangen, die deutliche Zustimmung für einen Neubau am historischen Ort signalisierte. Der Landtag ist somit vom Potsdamer Brauhausberg wieder in das Zentrum der Stadt und ihrer BürgerInnen gerückt.

  • Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Potsdam

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    Jägerallee 9–12, 14469 Potsdam.

    Beschreibung folgt.

  • Schloss Freienwalde, Bad Freienwalde (Oder)

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    Rathenaustraße 3, 16259 Bad Freienwalde (Oder).

    Schloss Freienwalde ist ein ehemaliges preußisches Königsschloss. 1909 erwarb der Industrielle, Schriftsteller, liberaldemokratische Politiker und spätere Außenminister der Weimarer Republik Walther Rathenau (1867-1922) das Anwesen in der Mark Brandenburg und machte es zu seinem Sommersitz. Hier verfasste er einige seiner wissenschaftlichen und philosophischen Schriften und empfing Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. 1922 fiel er einem rechtsterroristischen Angriff zum Opfer. Im Schloss befindet sich eine Gedenkstätte, die Rathenau in seiner Zeit zwischen Kaiserreich und Republik verortet.

Bremen

  • Bremische Bürgerschaft, Bremen

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    Haus der Bürgerschaft, Am Markt 20, 28195 Bremen.

    1966 wurde das Haus der Bürgerschaft eingeweiht. Hinter einer Glasfassade tagt seitdem die Bremische Bürgerschaft im Zentrum der Hansestadt. In ihrer Tradition kann sie sich auf erste Vorläufer einer Bremer Stadtversammlung im 12. Jahrhundert berufen. Als Landesparlament setzt sie sich aus Abgeordneten der Stadt Bremen und dem angrenzenden Bremerhaven zusammen.

  • Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen, Bremen

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    Am Wall 198, 28195 Bremen.

    Beschreibung folgt

Hamburg

  • Hamburgische Bürgerschaft, Hamburg

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    Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg.

    Beim Betreten des Hamburger Rathauses, in dem auch die Bürgerschaft tagt, begegnen dem Besucher über einem Rundbogen die Worte: „Die Freiheit, die erwarben die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten.“ Eine Aufgabe, der sich die Bürgerschaft, erstmals 1859 aus Wahlen hervorgegangen, bis heute annimmt. Obwohl die erste Bürgerschaft der Nachkriegszeit bereits im Oktober 1946 gewählt worden war, gab sich Hamburg 1952 als letztes der westlichen Bundesländer eine demokratische Verfassung.

  • Hamburgisches Verfassungsgericht, Hamburg

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    Sievekingplatz 2, 20355 Hamburg.

    Beschreibung folgt

  • Privathaus von Helmut und Loki Schmidt, Hamburg

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    Neubergerweg 80, 22419 Hamburg.

    Ein halbes Jahrhundert lebten Loki und Helmut Schmidt in Hamburg-Langenhorn. Das Haus am Neubergerweg 80 fungierte in den 70er-Jahren quasi als zweiter, inoffizieller Regierungssitz. U.a. Giscard-d’Estaing, Kissinger und Breschnew waren hier zu Gast. Das Haus erinnert an den deutschen Bundeskanzler und seine Frau. Die Helmut-Schmidt-Stiftung verwaltet das archivalische wie ideelle Erbe des Staatsmannes, Krisenmanagers, Publizisten und Elder Statesman.

Hessen

  • Ständehaus, Kassel

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    Ständeplatz 6-12, 34117 Kassel.
    Nachdem die Landesstände in Kurhessen 1831 die Schaffung einer liberalen Verfassung durchgesetzt hatten, forderten sie auch erfolgreich den Bau eines eigenen Ständehauses in Kassel. 1836 eingeweiht, diente das Gebäude als Tagungsort kurhessischer Parlamente von Vormärz über die Revolution von 1848/49 bis 1866. Der Neubau steht bis heute für den erfolgreichen Kampf um Mitbestimmung und Repräsentation und deren Verteidigung in der Zeit der Restauration.

  • Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt Butzbach

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    35510 Butzbach.

    Während des Vormärz war das hessische Butzbach jahrzehntelang Ausgangs- und Kulminationspunkt zahlreicher politischer und oppositioneller Bestrebungen. Friedrich Ludwig Weidig fungierte hier als das geistige und organisatorische Oberhaupt. Als Turner, Lehrer und Publizist verfasste er zahlreiche Schriften, in denen er u.a. eine Demokratisierung forderte. In Butzbach entstand so eine demokratische Zelle, die vom Hambacher Fest bis hin zur Paulskirche wirkte.

  • Einheitsdenkmal, Frankfurt am Main

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    Paulsplatz, 60311 Frankfurt am Main.

    Auf dem Frankfurter Paulsplatz wurde 1903 ein Denkmal errichtet, das an die Freiheits- und Einheitsbewegung des Vormärz und an das Paulskirchenparlament erinnert. Dargestellt wird das Zusammenwirken von Sängervereinen, Kunst, Kultur und Wissenschaft auf dem Weg zur Revolution 1848/49. Der Kampf um die Freiheit von Presse, Kunst und Wissenschaft im 19. Jahrhundert findet im Grundgesetz der Bundesrepublik Anerkennung.

  • Paulskirche, Frankfurt am Main

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    Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt am Main.

    In der Paulskirche tagte 1848-49 die erste Volksvertretung, die von Bürgern aus ganz Deutschland gewählt worden war. Frauen durften zu diesem Zeitpunkt weder gewählt werden noch wählen. Die Abgeordneten erarbeiteten eine demokratische Verfassung. Auch wenn die Revolution letztlich scheiterte, die erstmals in der Paulskirche festgeschriebenen demokratische Grundprinzipien wie Gewaltenteilung, Presse- und Versammlungsfreiheit und die parlamentarische Arbeitsweise der Nationalversammlung hatten wegweisenden Charakter und wurden in folgenden Verfassungen immer wieder aufgenommen.

  • Festung Königstein, Königstein im Taunus

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    Burgweg 5, 61462 Königstein im Taunus.

    Auf der Festung Königstein im Taunus wurden die AnhängerInnen der Mainzer Republik 1793 eingekerkert. Unter den Inhaftierten befanden sich auch fünf Frauen. Nach den Revolutionskriegen blieb die Burg nur als Ruine erhalten. Um- und Ausbau sollen sie in naher Zukunft zu einem Erinnerungsort deutscher Demokratiegeschichte entwickeln und einen Bogen von den ersten Gehversuchen der Mainzer Republik bis zur heutigen Bundesrepublik spannen.

  • Hanauer Krawalle, Hanau

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    Am Krawallgraben, 63450 Hanau.

    1830 protestierten in Hanau zunächst BürgerInnen und später ArbeiterInnen der Stadt gegen die verfehlte Politik des Kurfürsten Wilhelm II. Sie forderten u.a. bürgerliche Freiheiten und soziale Absicherung. Die gewaltsamen Proteste stellten einen wichtigen Schritt hin zur Verwirklichung dieser Grundelemente moderner demokratischer Gesellschaften im Hessischen und Hanauer Raum dar. 

  • Büchnerhaus, Riedstadt

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    Weidstraße 9, 64560 Riedstadt.

    Die Ausstellung im Geburtshaus des Dichters, Mediziners und Republikaners Georg Büchner widmet sich dem Leben eines Wegbereiters der demokratischen Revolution 1848/49. Als Gründer der „Gesellschaft für Menschenrechte“ und Autor des „Hessischen Landboten“ verfolgte er das Ziel, demokratische Ideen durchzusetzen und soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Verfolgt durch die Obrigkeit musste Büchner 1835 ins Exil fliehen und starb 1837 mit nur 23 Jahren in Zürich.

  • Heppenheimer Versammlung, Heppenheim

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    Gasthof “Zum halben Monde”, Ludwigstraße 5, 64646 Heppenheim. 

    Am Vorabend der Revolution 1848 kamen im Heppenheimer Gasthof am 10. Oktober 1847 süd- und westdeutsche Liberale zusammen. Gemeinsam forderten sie die Schaffung eines deutschen Nationalstaats mit einer Volksvertretung sowie Pressefreiheit. Während der Revolution 1848 dienten die Heppenheimer Forderungen als Ausgangspunkt der Demokratiebestrebungen. Auch heute wird der Ort wieder als Gasthof genutzt.

  • Hessischer Landtag, Wiesbaden

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    Schloßplatz 1-3, 65183 Wiesbaden.

    Am 1. Dezember 1946 wurde in Hessen in zweifacher Hinsicht Geschichte geschrieben. Zum einen wurde die Verfassung durch einen Volksentscheid angenommen. Zum anderen wurde der erste Nachkriegslandtag gewählt. Dieser tagte fortan im ehemaligen Schloss in Wiesbaden. Ein neuer Plenarsaal ermöglicht seit 2008 vermehrte Offenheit für BürgerInnen, Mitgestaltung und Transparenz. Werte, die nicht nur für einen Plenarsaal genauso grundlegend sind wie für die Demokratie an sich.

  • Staatsgerichtshof des Landes Hessen, Wiesbaden

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    Luisenstraße 9-11, 65185 Wiesbaden.

    Beschreibung folgt.

  • Itzstein’sches Gutshaus, Oestrich-Winkel

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    Niederwaldstraße 7a, 65375 Oestrich-Winkel.

    Im Haus des Liberalen Johann Adam von Itzstein versammelte sich 1832–1847 der „Hallgartenkreis”, dem u.a. Blum, Hecker und v. Fallersleben angehörten. Ziel der parlamentsähnlichen Treffen war die Schaffung eines demokratischen Landes. Einige der Teilnehmer wurden Mitglied der Nationalversammlung 1848. Hallgarten wurde so zum Erprobungsraum demokratischer Entscheidungsfindung und Forderungen, die später auf Bundesebene übernommen wurden.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Landtag Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz

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    Residenzschloss, 17235 Neustrelitz.

    Nach dem Sturz des Fürsten in Strelitz übernahm der Landtag und die neue Regierung ohne Verzögerung das ehemalige Residenzschloss und ließ das Parlament hier zusammentreten. Das noch vor der Weimarer Reichsverfassung verabschiedete Landesgrundgesetz vom Januar 1919 war die erste in Kraft getretene demokratische Verfassung der deutschen Geschichte. Hier wurde unter anderem auch das Recht auf Schulbildung festgeschrieben. 

  • Landesverfassungsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Greifswald

    +

    Domstraße 7, 17489 Greifswald.

    Beschreibung folgt.

  • Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin

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    Lennéstraße 1, 19053 Schwerin.

    23 Tage nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 konstituierte sich der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Zusammenkunft im Schweriner Schloss begaben sich die Abgeordneten in das jahrhundertelange Machtzentrum von Mecklenburg. Die “Bewohner” des Schlosses werden seitdem durch freie, gleiche und geheime Wahlen bestimmt.

  • Landtag Mecklenburg-Schwerin, Schwerin

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    Konzertfoyer des Landestheaters Schwerin, Alter Garten 2, 19055 Schwerin.

    Aus Mangel an geeigneten Gebäuden tagte der Mecklenburg-Schweriner Landtag von 1919-1933 im Landestheater. Kultur und Politik blieben so unter einem Dach vereint, auch wenn dies manchmal zu Irritationen führte. Hier beschloss der Landtag u.a. die Erlaubnis Beeren aus dem Staatsforst zu sammeln. Dies war vor 1918 verboten, da der Forst als Eigentum des Regenten galt. Erst nach 1945 zog der Landtag ins Schloss Schwerin. Dessen Räumlichkeiten entsprachen den Anforderungen eines Parlaments eher.

Niedersachsen

  • Niedersächsischer Landtag (Leineschloss), Hannover

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    Hannah-Arendt-Platz 1, 30159 Hannover.

    1949 verzichtete die Stadt Hannover auf das Nutzungsrecht des Schlosses an der Leine. Damit war die Möglichkeit für den Landtag gegeben, fortan an historischer Stätte zu tagen. 1819 trat in diesem Gebäude die Ständeversammlung zusammen. Nachdem das Schloss zwischendurch als Wohngebäude, Kloster, Bibliothek, Opernhaus und Kaserne gedient hatte, repräsentiert der Niedersächsische Landtag heute als “Mieter” die LandesbürgerInnen.

  • Neues Rathaus Hannover, Hannover

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    Trammplatz 2, 30159 Hannover.

    Das Neue Rathaus in Hannover ist ein weithin sichtbares Symbol für Demokratie und Parlamentarismus. Unter den vielzähligen Rathäusern der Republik ist es eine architektonische Einmaligkeit. Bereits ein flüchtiger Blick auf das Haus offenbart äußerliche Parallelen zum Reichstagsgebäude in Berlin, wie bspw. das Kuppeldach. Aber auch im Inneren spielten sich durch die Proklamation der Landesgründung Niedersachsens 1946 oder den Tagungen des Landtages wichtige Etappen der Demokratiegeschichte des Landes ab.

  • Niedersächsischer Staatsgerichtshof, Bückeburg

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    Herminenstraße 31, 31675 Bückeburg.

    Beschreibung folgt.

  • Landschaftliches Haus, Braunschweig

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    An der Martinikirche 8, 38100 Braunschweig.

    Bereits im Herzogtum Braunschweig als Sitz des Landtages genutzt, trat hier auch der Landtag des Freistaates Braunschweig ab 1918 zusammen. Kurzzeitig wurde hier Otto Grotewohl (SPD) Volksbildungsminister. Auch wenn die Selbstständigkeit Braunschweigs durch seine Eingliederung in das Land Niedersachsen 1946 endete, steht das Gebäude heute weiterhin für einen demokratischen Ort. In ihm ist das Amtsgericht Braunschweig untergebracht.

  • Braunschweiger Schloss, Braunschweig

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    Schloßstraße 1, 38100 Braunschweig.

    Im September 1830 stürmten Braunschweiger BürgerInnen und Landstände das Schloss der Stadt und vertrieben den “Diamantenherzog” Karl II. Unter seinem Nachfolger wurde eine “Neue Landschaftsordnung” erlassen, die unter anderem den Etat des Fürsten festschrieb. Die politischen Kräfte bestritten in den Folgejahren, dass es sich bei den Ereignissen um eine Revolution gehandelt habe, sodass diese – bis heute – kaum bekannt ist. 

  • Hoffmann-von-Fallersleben-Museum, Wolfsburg

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    Schloßplatz 6, 38442 Wolfsburg.

    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Autor der Nationalhymne, verkörpert den Kampf gegen die fürstliche Kleinstaaterei und für die Einigung eines liberalen Deutschlands. Sein Aktivismus äußerte sich aber auch in antisemitistischen und antifranzösischen Feindbildern. Das Museum versteht sich als Ort deutscher Dichtung und Demokratie im 19. Jahrhundert und betont auch die heutige Bedeutung und Wirksamkeit der politischen Ideen Hoffmanns im geeinten Deutschland und Europa.

Nordrhein-Westfalen

  • Ständehaus, Düsseldorf

    +

    Ständehausstraße 1, 40217 Düsseldorf.

    Im Düsseldorfer Ständehaus versammeln sich über 100 Jahre Parlamentsgeschichte. Sowohl die Provinziallandtage der preußischen Landtage (1880-1933) als auch der nordrhein-westfälische Landtag (1949-1988) traten hier zusammen. Es entwickelte sich so vom Sitz eines innerpreußischen Verwaltungsorganes hin zum Zentrum föderaler Gesetzgebung. Seit 2002 dient das sanierte Gebäude weiterhin der Öffentlichkeit als Ausstellungsgebäude der Kunstsammlung K21.

  • Landtag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

    +

    Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf.

    Unter dem Namen “operation marriage” begann 1946 die Zusammenlegung der Länder Nordrhein, Westfalen und später Lippe, für die am 2. Oktober 1946 erstmals ein gemeinsamer Landtag gewählt wurde. Zunächst im Ständehaus Düsseldorf zusammengekommen, bezog das Verfassungsorgan 1988 die neuen Räumlichkeiten. In diesen debattieren und beschließen seitdem die Abgeordneten die Politik des bevölkerungsreichsten Bundeslandes.

  • Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen, Münster

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    Aegidiikirchplatz 5, 48143 Münster.
    Beschreibung folgt.

  • Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum, Osnabrück

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    Markt 6, 49074 Osnabrück.

    Mit “Im Westen nichts Neues” schuf Erich Maria Remarque 1929 einen epochalen Anti-Kriegsroman. Das nach ihm benannte Friedenszentrum widmet sich mit seinen Dauer- und Wanderausstellungen sowie einer Materialsammlung dem Thema Krieg im kulturellen Kontext. Es leistet so einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Grausamkeiten des Krieges und vermittelt auf vielfältige Weise die Möglichkeiten gewaltfreier und demokratischer Intervention und Beilegung von Konflikten.

  • Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn

    +

    Adenauerallee 160, 53113 Bonn.
    Mit den Worten “einen Bau zu errichten, der am Ende ein gutes Haus für alle Deutschen werden soll,” leitete am 1. September 1948 Karl Arnold die Eröffnungsfeier des Parlamentarischen Rates im heutigen Museum ein – dem einzigen unbeschädigten repräsentativen Gebäude der Stadt. Damit war der Startpunkt für die Ausarbeitung des Grundgesetzes durch die Länder der westlichen Besatzungszonen gegeben. Mit der Verabschiedung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 kam dieser Verfassungsgebungsprozess zu einem erfolgreichen Abschluss.

  • Bundeshaus, Bonn

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    Platz der Vereinten Nationen, 53113 Bonn.

    Mit der Erweiterung der Pädagogischen Akademie zum Bundeshaus in Bonn, tagten Bundestag und Bundesrat von 1949 bis 1999 unter einem Dach. Damit waren die beiden Verfassungsorgane räumlich unter einem Dach vereint, die auch bei der Gesetzgebung zusammenwirken, gemeinsam mit dem dritten Verfassungsorgan, der Bundesregierung. Der 1992 neu errichtete Plenarsaal kann besichtigt werden und ermöglicht detaillierte Einblicke in eines der Zentren der deutschen Demokratiegeschichte.

  • Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn

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    Adenauerallee 86, 53113 Bonn.

    1952 wurde die Reichszentrale für Heimatdienst (wieder)gegründet, um die Erziehung zur Demokratie zu gewährleisten. 1963 in Bundeszentrale für politische Bildung umbenannt, unterstützt sie seitdem die BürgerInnen darin, sich über Politik zu informieren, ihr demokratisches Bewusstsein zu stärken und selbst demokratisch aktiv zu werden. Sie stellt damit Mittel und Kompetenzen zur Verfügung, um Demokratie als Herrschafts- und Lebensform zu festigen.

  • Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, Bad Honnef

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    Konrad-Adenauer-Straße 8c, 53604 Bad Honnef.

    Die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus erinnert an den Politiker und Staatsmann Konrad Adenauer. Die Ausstellung „Konrad Adenauer 1876-1967. Rheinländer, Deutscher, Europäer“ informiert über Leben und Wirken des ersten Bundeskanzlers, mit einem Schwerpunkt auf dem Ringen um die Demokratie in fünf Epochen deutscher Geschichte. Das original erhaltene Wohnhaus Adenauers kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Die Stiftung leistet historisch-politische Bildungsarbeit, pflegt den Nachlass Konrad Adenauers und erschließt ihn durch ihre Editionen. Darüber hinaus organisiert sie wissenschaftliche Tagungen.

  • Raiffeisenmuseum, Hamm (Sieg)

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    Raiffeisenstraße 10, 57577 Hamm (Sieg).

    Das Geburtshaus von Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist heute ein Museum, das an den wichtigen Sozialreformer erinnert. Detailliert wird über das Genossenschaftswesen informiert, das durch seine Idee der Selbstverwaltung und Basisdemokratie über die deutschen Ländergrenzen hinaus breiten Anklang gefunden hat. Das Museum bildet zudem den Beginn der Raiffeisenstraße, auf der weitere Stationen über Ziel und Arbeit der Genossenschaften und ihres Gründers informieren und so von der lokalen über die regionale in die globale Wirkmacht der Genossenschaftsidee überleiten.

Rheinland-Pfalz

  • Landtag Rheinland-Pfalz (Deutschhaus), Mainz

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    Platz der Mainzer Republik 1, 55116 Mainz.

    Wer sich mit der Entwicklung der Demokratie in Deutschland befasst, kommt um das Mainzer Deutschhaus und seine Bewohner einst wie heute nicht herum. Von seinem Balkon aus wurde 1793 das erste Demokratieexperiment Deutschlands gestartet, die Mainzer Republik. Seit 1951 dienen die Räumlichkeiten dem Landtag von Rheinland-Pfalz als Arbeitsstätte.

  • Eisenturm, Mainz

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    Fritz-Arens-Platz 1, 55116 Mainz.

    Eine jubelnde Menge empfing 1850 vor dem Mainzer Eisenturm die Revolutionäre von 1848. Diese waren aufgrund ihres Einsatzes für die Demokratie zwei Jahre zuvor verhaftet worden. Die öffentliche Solidarität der BürgerInnen mit den Inhaftierten zeigte, dass Begeisterung und Unterstützung der Bevölkerung für die Ideen und Protagonisten der gescheiterten Revolution ungebrochen waren.

  • Rittersturz-Konferenz und -Denkmal, Koblenz

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    Rittersturz, 56075 Koblenz.
    Vom 8. bis 10. Juli 1948 tagten im Hotel Rittersturz die Ministerpräsidenten der westlichen Länder über die Frankfurter Dokumente. Ergebnis der Konferenz waren die Koblenzer Beschlüsse, die die Schaffung eines Parlamentarischen Rates vorsahen und damit eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Grundgesetz darstellten. Eine dreigliedrige Stele erinnert an die Konferenz – als Repräsentation der drei Säulen des demokratischen Verfassungsstaats, nach anderer Interpretation als Symbol der drei westlichen Besatzungszonen.

  • Raiffeisenhaus, Flammersfeld

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    Raiffeisenstraße 11, 57632 Flammersfeld.

    In Flammersfeld wirkte der Begründer des Genossenschaftswesens, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, von 1848 bis 1852 als Bürgermeister. Das Raiffeisenhaus informiert über Leben und Wirken Raiffeisens und gibt einen Einblick in die Lebensumstände der Zeit. Raiffeisens Idee der Selbsthilfe und gegenseitigen Unterstützung trug zu seiner Zeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen bei und bietet bis heute Potential und Inspiration, z.B. in Form von SchülerInnengenossenschaften.

  • Hambacher Schloß, Neustadt an der Weinstraße

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    Schlossstraße, 67434 Neustadt an der Weinstraße.

    Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Burgruine war am 27. Mai 1832 Schauplatz des Hambacher Festes, eines der wichtigsten Kristallisationspunkte der Demokratiebewegung im 19. Jahrhundert. Ca. 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten Versammlungs-, Presse- und Meinungsfreiheit in einem geeinten und demokratischen Nationalstaat sowie ein verbrüdertes Europa. Seither gilt das Hambacher Schloss als eine Wiege der deutschen Demokratie. Aufgrund seiner wichtigen Rolle für die europäische Entwicklung wurde es 2015 mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

Saarland

  • Landtag des Saarlandes, Saarbrücken

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    Franz-Josef-Röder Straße 7, 66119 Saarbrücken.

    Der erste Nachkriegslandtag für das Saarland trat bereits am 18. Dezember 1947 zusammen. Als Teil der bundesrepublikanischen Demokratiegeschichte ist daneben der 23. Oktober 1955 nicht minder wichtig. Im Zuge einer Volksbefragung lehnten die Saarländer das sog. Saarstatut ab, was als Wunsch zur Integration des Saarlandes in die Bundesrepublik gewertet wurde. Am 14. Dezember 1956 stimmte der Landtag des Saarlands der Eingliederung zu. Seitdem bestand die Bonner Republik aus 10 Länderparlamenten.

  • Verfassungsgerichtshof des Saarlandes, Saarbrücken

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    Franz-Josef-Röder-Straße 15, 66119 Saarbrücken.

    Beschreibung folgt.

  • Haus Zöller, Homburg

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    Eisenbahnstraße 13, 66424 Homburg.
    Von seinem Wohnort in Homburg aus organisierte der Jurist und Politiker Johann Georg August Wirth die Verbreitung und den Druck der “Deutschen Tribüne”. Immer wieder wurden Druck und Verbreitung durch polizeiliche Zugriffe verhindert. Wirth verstand sich jedoch als Streiter für die Pressefreiheit und versuchte mit allen Mitteln das weitere Erscheinen der Zeitschrift zu gewährleisten. Sein Engagement führte bald darüber hinaus. Wirth gehört zu den Organisatoren des Hambacher Festes, auf dem er in einer Rede die “vereinigten Freistaaten Deutschlands“ und ein “republikanisches Europa“ forderte.

Sachsen

  • Sächsischer Landtag, Dresden

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    Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden.

    Seit 1993/94 hält der Sächsische Landtag seine Sitzungen in einem Neubau am Elbufer ab. Versuche, an die demokratische Tradition der Stadt durch einen Bezug des Sächsischen Ständehaus anzuknüpfen, scheiterten an den Anforderungen eines modernen Parlaments, denen der Bau von 1907 nicht gerecht werden konnte. So setzte sich die Geschichte der sächsischen Parlamente nach Land- und Ständehaus im neugebauten Landtag an einem dritten zentralen Ort fort.

  • Prager Straße, Dresden

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    Prager Straße, 01067 Dresden.
    Am 8.10.1989 protestierten tausende DresdnerInnen gegen die DDR-Staatsführung. Die Protestierenden wählten aus ihnen die “Gruppe 20”, die am kommenden Tag mit dem Oberbürgermeister über die Forderungen verhandelte. Sie verlangten u.a. Reise- und Pressefreiheit, freie Wahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Die ersten freien Kommunalwahlen in Dresden Anfang Mai zementierten den Erfolg der Gruppe. Heute erinnert eine Bodeninschrift an das kommunale demokratische Engagement, das Teil der Wendebewegung wurde.

  • Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Leipzig

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    Dittrichring 24, 04109 Leipzig.

    Am 4. Dezember 1989 besetzten TeilnehmerInnen der Leipziger Montagsdemonstration die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS). In derselben Nacht wurde das Bürgerkomitee Leipzig gegründet, welches die Vernichtung der Akten des BVfS verhinderte und so die Dokumentation der Überwachung durch die SED sicherte. Im August 1990 öffnete die ehemalige Bezirksverwaltung als Gedenkstätte und informiert über die Repression in der DDR und die Selbstbefreiung von der SED-Diktatur.

  • Maiaufstand, Dresden

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    u.a. Altmarkt 25, 01076 Dresden.
    Im Mai 1849 besetzten Revolutionärinnen und Revolutionäre den sächsischen Landtag und vertrieben den König aus der Stadt. Eine provisorische Regierung versuchte eine sächsische Republik zu errichten. Der Aufstand, an dem u.a. Richard Wagner und Michail Bakunin teilnahmen, war zunächst der letzte Versuch die Errungenschaften der Revolution 1848 zu sichern. Drei Bronzetafeln in Dresden erinnern heute an die Schauplätze der Ereignisse.

  • Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik, Leipzig

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    Simsonplatz 1, 04107 Leipzig. 

    Mit dem Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik schuf die Weimarer Republik 1922 ein Instrument, um sich dezidiert gegen die Feinde der Demokratie zur Wehr setzen zu können. Fortan konnten republikfeindliche Vereine, Verbände und Parteien verboten werden. Der Staatsgerichtshof wurde damit zum “Hüter der Verfassung” und bildet einen der Vorläufer des Bundesverfassungsgerichts, das Teil der “wehrhaften Demokratie” der Bundesrepublik ist.

  • Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen, Leipzig

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    Harkortstraße 9, 04107 Leipzig.

    Beschreibung folgt.

  • Augustusplatz, Leipzig

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    Augustusplatz, 04109 Leipzig.

    „Wir sind das Volk.“ Mit diesem Ruf schritten am Montag, den 9. Oktober 1989 mehr als 70.000 DemonstrantInnen über den Leipziger Augustplatz. Mit den fortan wöchentlichen Montagsdemonstrationen begann die Friedliche Revolution, die eine Demokratisierung forderte und ein Jahr später in der Wiedervereinigung mündete. Die „Demokratieglocke“ auf dem Augustplatz schlägt seit 2009 jeden Montag um 18:35 Uhr und erinnert damit an den Beginn der Montagsdemonstrationen.

  • Nikolaikirche, Leipzig

    +

    Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig.

    Seit Anfang der 1980er-Jahre wurden in der Nikolaikirche Montagsgebete abgehalten, von denen wiederum die Montagsdemonstrationen der Friedlichen Revolution 1989/90 ihren Ausgang nahmen. Hier kulminierte kirchlicher und demokratischer Protest gegen die DDR-Staatsführung. Die Nikolaikirche wurde so zum symbolischen Ort friedlichen und demokratischen Protestes, woran seit 2003 eine Lichtinstallation im Kirchhof erinnert. Dieser versteht sich heute als Ort der öffentlichen Kommunikation und Ruhe.

  • Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Leipzig

    +

    Dittrichring 24, 04109 Leipzig.

    Am 4. Dezember 1989 besetzten TeilnehmerInnen der Leipziger Montagsdemonstration die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS). In derselben Nacht wurde das Bürgerkomitee Leipzig gegründet, welches die Vernichtung der Akten des BVfS verhinderte und so die Dokumentation der Überwachung durch die SED sicherte. Im August 1990 öffnete die ehemalige Bezirksverwaltung als Gedenkstätte und informiert über die Repression in der DDR und die Selbstbefreiung von der SED-Diktatur.

  • Schulze-Delitzsch-Haus / Gedenkstätte des deutschen Genossenschaftswesens e. V., Delitzsch

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    Kreuzgasse 10, 04509 Delitzsch.

    1848 gründete der Schuhmacher Hermann Schulze in Delitzsch die erste Genossenschaft und forcierte die Verabschiedung eines Genossenschaftsgesetzes. Mit dem Genossenschaftswesen hielten die Ideen Selbstorganisation und -verwaltung, Basisdemokratie und Solidarität verstärkt Einzug in das Wirtschaftssystem. Heute sind 800 Millionen Menschen weltweit genossenschaftlich organisiert. Als erste Idee aus Deutschland ist das Genossenschaftswesen seit 2009 Teil der Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO. 

  • Rathaus Plauen, Plauen

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    Unterer Graben 1, 08523 Plauen.

    Lange im Schatten der weithin bekannten Montagsdemonstration stehend, hatten in Plauen bereits am 7. Oktober 1989 Demonstrationen für Reise- und Meinungsfreiheit stattgefunden. Circa 15.000 Menschen begaben sich in Richtung Rathaus, wo sie von Einsatzkräften gestoppt wurden. Trotz großer Anspannung verlief die weitere Demonstration friedlich.  Es war die erste Massendemonstration, die Unmut wie Macht des Volkes unübersehbar aufzeigte. Plauen wurde so zur ersten Etappe der Friedlichen Revolution 1989/90.

Sachsen-Anhalt

  • Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum, Freyburg (Unstrut)

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    Schloßstraße 11, 06632 Freyburg (Unstrut).

    Friedrich Ludwig Jahn zählt zu den umstrittenen Figuren der deutschen Demokratiegeschichte. Der Begründer der Turnbewegung kritisierte die Monarchie und forderte Freiheitsrechte, umfassende Bildungsmöglichkeiten und demokratische Reformen. Diese Forderungen verband er jedoch mit starkem Nationalismus, Hass auf Fremde und Andersdenkende, was ihn von der revolutionären Turnbewegung der 1848er entfernte. Das Museum im ehemaligen Wohnhaus setzt sich mit Leben, Wirkung und Rezeption Jahns auseinander.

  • Landtag des Freistaates Anhalt, Dessau

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    Landesbehördenhaus Dessau, Friedrichstraße/ Antoinettenstraße, 06844 Dessau-Roßlau.

    Nach der Einführung des Frauenwahlrechts im November 1918 war Anhalt das erste Land, das Wahlen durchführte. Die Wahl am 15. Dezember 1918 führte jedoch noch nicht direkt zur ersten Landtagsabgeordneten. Erst als Marie Kettmann (SPD) ein Jahr später in den Landtag nachrückte, saß die erste Abgeordnete im Landesbehördenhaus, wo der Landtag des Freistaates zusammenkam. Mit der Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen war 1918 eine elementare Forderung der Frauenbewegung erfüllt worden.

  • Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt, Dessau-Roßlau

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    Willy-Lohmann-Straße 29, 06844 Dessau-Roßlau.

    Beschreibung folgt.

  • Landtag Sachsen-Anhalt, Magdeburg

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    Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg.

    Dass der Landtag Sachsen-Anhalts heute seinen Sitz in Magdeburg hat, ist die Folge einer Abstimmung über die zukünftige Landeshauptstadt vom Oktober 1990. Halle unterlag nur knapp. So wurde am Domplatz die neue Verfassung im Juli 1992 verabschiedet. Aktuell befasst sich der Landtag auch mit seiner eigenen Historie und bereitet ein Onlineprojekt zu den Themen Mauerfall und Landesgeschichte vor.

Schleswig-Holstein

  • Willy-Brandt-Haus, Lübeck

    +

    Königstraße 21, 23552 Lübeck.

    Das Willy-Brandt-Haus Lübeck ist der Ort für Zeitgeschichte in der Geburtsstadt des ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlers und späteren Friedensnobelpreisträgers. Wie kaum ein anderer hat Willy Brandt die Bundesrepublik verändert und sich für Frieden und Freiheit in Europa und der Welt eingesetzt. Diesem politischen Leben widmet sich die Dauerausstellung und ermöglicht einen faszinierenden Gang durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts.

  • Kieler Matrosenaufstand, Kiel

    +

    24103 Kiel.

    Der Aufstand der Matrosen in Kiel am 3. November 1918 läutete nicht nur das Ende des Ersten Weltkrieges, sondern auch die Novemberrevolution in Deutschland ein. Dem Kieler Vorbild schlossen sich die Soldaten und ArbeiterInnen im gesamten Reich an. Am Ende der Novemberrevolution stand die Gründung der ersten deutschen Demokratie.

  • Landtag Schleswig-Holstein, Kiel

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    Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel.

    Es gibt wohl keinen Landtag, der häufiger seinen Sitzungsort wechselte. In den Jahren 1946-50 tagte er an vier verschiedenen Orten: Kiel, Lübeck, Flensburg und Eckernförde. Erst seit dem 3. Mai 1950 befindet sich der feste Sitz im Landeshaus Kiel. Die schleswig-holsteinische Verfassung, die vom Landtag erarbeitet und 1949 verabschiedet wurde, trug dabei den Titel der “Landesssatzung.” Erst mit der Wiedervereinigung und einer Reform wurde sie 1990 in “Landesverfassung” umbenannt.

  • Schleswig-Holsteinisches Landesverfassungsgericht, Schleswig

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    Brockdorff-Rantzau-Straße 13, 24837 Schleswig.

    Beschreibung folgt.

  • Schleswig-Holsteinische Landesversammlung, Schleswig / Kiel

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    24866 Schleswig und 24103 Kiel.
    Mit der Erhebung von Schleswig und Holstein 1848 gegen ihren Regenten, den dänischen König, verband sich sowohl eine Annäherung der beiden Herzogtümer an Deutschland als auch liberale Reformen. Erfolgreich konnte eine gemeinsame Landesversammlung mit der Ausarbeitung einer Verfassung beauftragt werden. Trotz des Scheiterns der Revolution entstand mit der Landesversammlung ein Band zwischen den beiden Herzogtümern, das sich heute noch im Doppelnamen des nördlichsten Bundeslandes “Schleswig-Holstein” ausdrückt.

Thüringen

  • Schloss Schwarzburg, Schwarzburg

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    Schloßstraße 5, 07427 Schwarzburg.

    In Schwarzburg unterschrieb am 11. August 1919 Reichspräsident Friedrich Ebert mit der Weimarer Verfassung die erste demokratische Verfassung, die zu den liberalsten ihrer Zeit zählte und Vorbildcharakter für das Grundgesetz besaß. In ihr erhielten die Freiheits- und Menschenrechte Verfassungsrang. Dieses Ereignis in Schwarzburg kennzeichnet einen Meilenstein in der Geschichte des Parlamentarismus.

  • Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Erfurt

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    Andreasstraße 37a, Erfurt.

    Die ehemalige Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit war am 4. Dezember 1989 Schauplatz der ersten Besetzung einer Stasi-Zentrale durch BürgerInnen. Sie wollten verhindern, dass Unterlagen in großem Stil verbrannt würden. Damit begann das Ende der DDR-Geheimpolizei. Heute beherbergt das Gebäude eine Gedenk- und Bildungsstätte, die an Unterdrückung und Widerstand in Thüringen während der DDR-Zeit erinnert, vor allem aber die Friedliche Revolution 1989/90 und das demokratische Streben der Bewegung betont.

  • Landtag Thüringen, Erfurt

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    Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt.

    Zum dritten Mal im 20. Jahrhundert wurde das Land Thüringen 1990 gegründet. Der Landtag bezog, nach einer kurzen Episode 1952, jedoch erst zum zweiten Mal sein Quartier in Erfurt. Hier wurde auch im Oktober 1993 die Verfassung des Freistaates beschlossen. Ihren Schutz sicherte das Parlament – analog zum Grundgesetz – mit einer Ewigkeitsklausel, sodass der demokratische Kern der Verfassung nicht verändert oder abgeschafft werden kann.

  • Deutsches Nationaltheater, Weimar

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    Theaterplatz 2, 99423 Weimar.

    “Jetzt muß der Geist von Weimar, […] wieder unser Leben erfüllen.” So eröffnete Friedrich Ebert die erste demokratisch gewählte verfassungsgebende Nationalversammlung Deutschlands. Aufgrund der Unruhen von Berlin nach Weimar verlegt, schufen 423 Abgeordnete (darunter erstmals 37 Frauen) 1919 im Deutschen Nationaltheater die Grundlage der ersten deutschen Republik. Viele der hier erarbeiteten Prinzipien wie Presse- und Wissenschaftsfreiheit sowie Gleichberechtigung der Frau bildeten die Grundlage für das Grundgesetz der Bundesrepublik.

  • Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie, Weimar

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    Theaterplatz 4, 99423 Weimar.

    Deutschlands erste Demokratie, die Weimarer Republik, gewährte erstmalig grundlegende BürgerInnen- und Menschenrechte wie bspw. Presse-, Reise- und Versammlungsfreiheit sowie Wahlrecht für alle BürgerInnen. Damit erfüllten sich jahrzehntelange demokratische Forderungen. Das Haus der Weimarer Republik erinnert an die Meilensteine ebenso wie an die Herausforderungen der Republik und zeigt deren Bedeutung in der Gegenwart auf. Damit macht die Ausstellung ein Stück Demokratiegeschichte erleb- und lehrbar.

  • Fürstenhaus, Weimar

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    Platz der Demokratie 2/3, 99423 Weimar.
    Das Land Thüringen war das erste Land in der deutschen Geschichte, das sich auf demokratischem Wege neu gründete. Am 1. Mai 1920 schlossen sich 7 Kleinstaaten zum neuen Freistaat Thüringen zusammen. Fortan tagte dessen Landtag im ehemaligen Fürstenhaus. Während des Kapp-Putsches 1920 sammelten sich die VerteidigerInnen der Demokratie auf dem Vorplatz des Landtagsgebäudes. Heute erinnert eine Gedenktafel an die parlamentarische Geschichte des Ortes. Unweit des Hauses wird zudem ein Element des Rosenthal-Denkmals entstehen, das an den „Vater der Thüringer Verfassung“, Eduard Rosenthal, erinnert.

  • Thüringer Verfassungsgerichtshof, Weimar

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    Jenaer Straße 2a, 99425 Weimar.

    Im September 1995 nahm das Thüringer Verfassungsgericht seine Arbeit auf. Es ist damit das jüngste Verfassungsgericht der neuen Bundesländer. Bereits mit seiner Gründung war es als Gericht der BürgerInnen angedacht und sollte ihnen ermöglichen, sich gegen staatlich Maßnahmen gerichtlich zur Wehr zu setzen. Es trägt damit entschieden dazu bei, demokratische Grundrechte zu sichern.

  • Wartburg, Eisenach

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    Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach.

    Erstmals 1817 traten auf der Eisenacher Wartburg mehrere Studenten – Frauen waren damals an den Universitäten noch nicht zugelassen – zusammen, um ein “Nationalfest” unter dem Wahlspruch “Ehre, Freiheit, Vaterland” zu feiern. Dabei forderten die Teilnehmer im Anschluss u.a. Gleichheit vor dem Gesetz und Rede- wie Pressefreiheit. Die Wartburgfeste 1848 und 1929 knüpften an diese Tradition an, sodass die Wartburg nicht nur für ProtestantInnen, sondern auch für DemokratInnen eine geschichtsträchtige Festung darstellt.

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