Die Weimarer Republik war Deutschlands erste Demokratie. Ihren Namen erhielt sie, weil sich 1919 die verfassunggebende Nationalversammlung in der Klassikerstadt traf. Damals herrschte Aufbruchsstimmung, viele Menschen verbanden mit der Demokratie die Hoffnung auf bessere Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg. Doch es kam am Ende anders. Nur 14 Jahre bestand die Republik, ihr folgte mit der NS-Diktatur das finsterste Kapitel deutscher Geschichte.

Der Weimarer Republik e.V., der im Jahr 2013 von engagierten BürgerInnen gegründet wurde, widmet sich der Erhaltung der Erinnerung an diese Zeit. Trotz ihres frühen Scheiterns lohnt sich die Beschäftigung mit der Weimarer Republik, da viele der damaligen Probleme hochaktuell sind und man wertvolle Lehren aus dieser Vergangenheit ziehen kann.

Wir arbeiten die Geschichte und Erfahrungen der Weimarer Republik auf und machen diese für unsere heutige Demokratie nutzbar. Mit attraktiven Veranstaltungsformaten bringen wir die Geschichte der ersten deutschen Demokratie den Menschen näher. Dazu zählen Wanderausstellungen zu vielfältigen Themen und geeignet für verschiedene Ausstellungsorte, Bildungsangebote für Schulen, klassische Abendveranstaltungen und innovative Aktionen im öffentlichen Raum. Bei der Planung und Durchführung unserer Projekte können wir auf ein breites Netzwerk von Kooperationspartnern in der gesamten Bundesrepublik zurückgreifen.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Forschung und den wissenschaftlichen Diskurs zur Weimarer Republik zu fördern. Deshalb haben wir zusammen mit der Forschungsstelle Weimarer Republik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena einen Forschungsverbund ins Leben gerufen, der stetig erweitert wird. Wissenschaftliche Tagungen und die Schriftenreihe „Weimarer Schriften zur Republik“ fassen die neuesten Forschungserkenntnisse zusammen.

Durch das Engagement des Vereins und mithilfe der Bundesförderung sowie der Stadt Weimar ist es gelungen das „Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie“ als nationalen Erinnerungsort für die Weimarer Republik zu errichten. Das HdWR befindet sich im Herzen der namensgebenden Stadt, in direkter Nachbarschaft zum Deutschen Nationaltheater, dem Tagungsort der Nationalversammlung 1919.

Kernstück des Hauses ist die Dauerausstellung, die ganz im Sinne des Vereins die ambivalente Geschichte der Weimarer Republik mit den revolutionären Anfängen über ihre politische Etablierung und Konsolidierung, den Alltag der Menschen und die neuen Möglichkeiten der „Goldenen Zwanziger“ bis hin zu den Krisen und Herausforderungen, denen sich die junge Demokratie ausgesetzt sah, erzählt. Dabei schlägt die Ausstellung stets die Brücke in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Bedeutung die Weimarer Republik für unsere heutige Demokratie besitzt. Die moderne Ausstellungsgestaltung ermöglicht den Besuchern die Orientierung anhand eines zentralen Zeitstrahls. Sechs Themeninseln laden darüber hinaus zur tieferen Auseinandersetzung ein. Teil des Hauses ist ebenfalls ein Café und ein Gartenbereich, die den Besuchern Zerstreuung und ein breitaufgestelltes kulturelles Programm bieten.

Ergänzt wird die Dauerausstellung durch einen Sonderausstellungsbereich, der ab 2022 zusammen mit dem Multifunktionsraum in einem angrenzenden Neubau eröffnet werden soll. Hier kann nach dem Besuch der Dauer- und Wechselausstellung vertiefend an den Themen gearbeitet werden, in Form fester Seminarangebote oder als buchbares Gruppenangebot. Als »Forum für Demokratie« ist es ein wichtiges Anliegen des Hauses, umfassende politische Bildungsarbeit zu leisten. Dabei versteht sich das Haus als Lernort, der den städtischen Raum in seine Vermittlungsarbeit einbezieht.

Bildquellen

  • Wanderausstellung: Weimarer Republik e.V., John Appleby
  • Dauerausstellung im Haus der Weimarer Republik: Weimarer Republik e.V., Candy Welz
  • Kinoraum im Haus der Weimarer Republik: Weimarer Republik e.V., Thomas Müller
  • Eröffnung „Haus der Weimarer Republik“: Weimarer Republik e.V., Candy Welz