Das Erfurter Unionsparlament verabschiedete die Verfassung für eine deutsche Union unter preußischer Führung. Damit verbunden war der Versuch des preußischen Königs, die Revolutionsbewegung von 1848/49 und die deutsche Einheitsbewegung für eine „kleindeutsche“ Lösung zu nutzen.


Das Parlament tagte im März und April 1850 im historischen Augustinerkloster von Erfurt. Hier lebte von 1505-1511 Martin Luther als Mönch. Wegen der vergleichsweise undemokratischen Wahlen wurde die Versammlung von den Linken boykottiert – und wegen starker Widerstände Russlands, Österreichs und der süddeutschen Staaten scheiterte das Unionsprojekt schnell. Dennoch war das Parlament durch intensive und konstruktive Debatten geprägt und gilt als eine nicht unwesentliche Etappe in der deutschen Demokratiegeschichte.