Deutsches Historisches Museum

Berlin

Zeughaus

Das Deutsche Historische Museum ist Deutschlands nationales Geschichtsmuseum. Es versteht sich als ein Ort lebendiger Vermittlung und Diskussion von Geschichte. In temporären und Dauerausstellungen befasst es sich immer wieder auch speziell mit Demokratiegeschichte.


Die Gründung des DHM 1987 ging auf eine Initiative aus dem Jahr 1981 des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Richard von Weizsäcker, zurück. Helmut Kohl unterstützte das Vorhaben und bezeichnete es 1985 in seiner Rede zur Lage der Nation als nationale Aufgabe von europäischem Rang. War zunächst ein Standort im Spreebogen vorgesehen, so änderte sich die Situation mit dem Mauerfall 1989 und das Museum fand seine Heimat als gesamtdeutsches Geschichtsmuseum im 1695 erbauten Zeughaus, dem Standort des bereits 1952 in der DDR gegründeten Museums für Deutsche Geschichte. Das Zeughaus ist der bedeutendste erhaltene Barockbau in Berlin. Seinen besonderen Platz in der Kunstgeschichte verdankt es nicht zuletzt der hohen Qualität seiner bildhauerischen Arbeiten. Am bekanntesten sind die als Masken gestalteten 22 Schlusssteine, die Andreas Schlüter (1659-1714) für den Innenhof schuf.

Das Zeughaus ist für notwendige Instandsetzungen und für die Erarbeitung der neuen ständigen Ausstellung bis voraussichtlich Ende 2025 geschlossen. Dann wird die Dauerausstellung wieder einen einzigartigen Überblick über die deutsche Geschichte im internationalen Kontext geben. Die weiterhin geöffneten Wechselausstellungen im Pei-Bau widmen sich prägenden historischen Ereignissen, Epochen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Gemeinsam mit dem Haus der Geschichte unterhält das DHM das Lebendige Museum Online (LeMO), das wissenschaftlich fundierte Informationen und eine große Sammlung an Text- und Bildquellen zur europäischen Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart vorhält. Demokratiegeschichte spielt in den Ausstellungen des DHM eine wichtige Rolle. 2019 etwa widmete es sich der Weimarer Republik und organisierte ein Demokratie-Labor. Letzteres nahm aktuelle gesellschaftliche Aushandlungsprozesse in den Blick und schuf ein Bewusstsein dafür, dass Demokratie von der Partizipation und dem Engagement aller lebt und sich deshalb beständig weiterentwickelt. 2020/21 verweist der Themenpfad "Beethoven | Freiheit" auf das Eintreten des Komponisten für die Ideale der Französischen Revolution. Die Sonderausstellung "Von Luther zu Twitter" thematisiert das Verhältnis von Medien und politischer Öffentlichkeit.

 

 


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