wikimedia: Tsungam, CC BY-SA 3.0

Landtag Lippe

Detmold

Landgericht Detmold

Im Fürstentum Lippe gab es seit dem 16. Jahrhundert ständische Versammlungen, die den Fürsten berieten und seine Macht begrenzten. Seit dem 19. Jahrhundert tagte die Vertretung im Gebäude des heutigen Landgerichts in Detmold. Nach der Revolution von 1918 wurden die Volksvertreter auf Basis eines allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts gewählt.


Schon 1808 betrieb Fürstin Pauline zur Lippe innere Liberalisierungsreformen, 1819 sollte sogar eine Verfassung eingesetzt werden, die aber am Widerstand der alten Stände und des Deutschen Bundes scheiterte. Es dauerte 17 Jahre, bis schließlich 1836 eine Verfassung eingeführt wurde. Der dort eingesetzte Landtag unterlag allerdings weiterhin der Ständeordnung. Die Revolution von 1848 führte zur Liberalisierung, die aber schon fünf Jahre später durch Fürst Leopold III zurückgenommen werden sollte. Weitere Wegmarken der Demokratisierung stellten das Recht auf Mitwirkung bei der Gesetzgebung durch die Landstände (1867) und die Einführung des Dreiklassenwahlrecht (1876) dar. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde der Freistaat Lippe gegründet, der bis zur Gleichschaltung 1933 existierte. Die SPD stellte durchgängig die stärkste Partei im Landtag. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Land durch die Operation Marriage in Nordrhein-Westfalen auf.

Heute ist im ehemaligen Landtagsgebäude das Landgericht Detmold untergebracht.