© AddF, Kassel, Foto: Sonja Rode

AddF – Archiv der deutschen Frauenbewegung

Ohne Frauen ist kein Staat zu machen. Bereits die erste Frauenbewegung des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts setzte sich für einen gleichberechtigten Zugang aller Geschlechter zum Staat ein. An diese Geschichte erinnert das Archiv in Kassel.


Das Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) ist als Zentrum zur ersten deutschen Frauenbewegung 1984 in Kassel mit dem Ziel gegründet worden, sowohl die Unterlagen und Materialien dieser wichtigen Emanzipationsbewegung zu sammeln und zu archivieren als auch die Bewegung zu erforschen und die Ergebnisse dieser Forschungen einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Aus kleinen privaten Bestrebungen entstanden, ist das AddF heute die einzige Einrichtung in Deutschland, die sich explizit der ersten deutschen Frauenbewegung widmet. Die Sammlungen des AddF bestehen aus Dokumenten zu Frauenbewegung und Frauengeschichte aus der Zeit von 1800 bis zum Ende der 1960er Jahre, in bestimmten Bereichen (Frauenverbände und Kasseler Frauengruppen) auch bis in die Gegenwart. Ein besonderes Interesse gilt allen Phasen und Erscheinungsformen der organisierten Frauenbewegungen. Flankiert werden die Sammlungen von eigenen Forschungen im Bereich der Frauen- und Geschlechtergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und einer darauf aufbauenden breiten Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit.

Ein besonderes Augenmerk des AddF liegt auf der Geschichte der Durchsetzung der Gleichberechtigung der Geschlechter in der frühen Bundesrepublik Deutschland. Eine kleine hausinterne Ausstellung stellt die Arbeit der Kasseler Juristin und SPD-Politikerin Elisabeth Selbert vor, die als eine der vier Mütter des Grundgesetzes in die Geschichte eingegangen ist. Selbert, deren Nachlass im AddF aufbewahrt wird, hatte sich im Parlamentarischen Rat für die Formulierung in Artikel 3 Absatz 2 eingesetzt: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Die Annahme dieses Artikels im Grundgesetz gilt als wichtige Voraussetzung demokratischer Politik, die auf der Gleichberechtigung aller Staatsbürger*innen beruht. Die Ausstellung kann zu den regulären Öffnungszeiten des AddF besichtigt werden.


zum Ort: AddF - Archiv der deutschen Frauenbewegung