Foto: Alexander Paul Englert

Deutsches Exilarchiv 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek

Frankfurt am Main

„Ein Kampfmittel gegen das sich von neuem erfrechende Nazitum“ sah Walter Fabian, Präsident des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller in der Schweiz, in der „Bibliothek der Emigrationsliteratur“.  Aus dieser sollte später das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 hervorgehen.  Bis heute leistet das Archiv mit seiner Sammlung und seinen Kulturangeboten einen Beitrag zur Vermittlung demokratischer Werte und zu einer lebendigen Erinnerungskultur.


Die Geschichte des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 reicht bis ins Jahr 1948 zurück, als die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main die Gründung einer „Bibliothek der Emigrationsliteratur” beschloss. Daran beteiligt waren neben dem ersten Direktor der Deutschen Bibliothek, Hanns Wilhelm Eppelsheimer, auch exilierte Publizistinnen und Schriftsteller aus dem Schutzverband Deutscher Schriftsteller in der Schweiz wie Walter Fabian und Jo Mihaly. Eppelsheimer wollte eine solche „Emigrantenbibliothek“ im eigenen Haus aufbauen. Vor allem die beteiligten Exilierten sahen darin ein Instrument der politischen Aufklärung: Die während der nationalsozialistischen Diktatur verbannte und verbrannte Literatur sollte wieder nach Deutschland hereingetragen werden. Damit sollte auch verhindert werden, dass nationalsozialistisches Gedankengut fortwirken und sich wieder ausbreiten könnte. Zugleich sollte die Erinnerung an Exil und Emigration aufrechterhalten und das Interesse am Thema entfacht werden.

Das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 knüpft an den aufklärerischen Impuls seiner Gründung an. Kulturelle Bildungsarbeit besitzt daher heute einen besonderen Stellenwert: Die aktuelle Dauerausstellung „Exil. Erfahrung und Zeugnis“, regelmäßige Sonderausstellungen sowie ein reiches Veranstaltungsprogramm vermitteln die Vielschichtigkeit des historischen Exils, aber auch aktueller Exile an ein breites Publikum. Die interdisziplinär angelegte Sammlung des Exilarchivs steht für wissenschaftliche Forschung zur Verfügung. Sie umfasst ca. 33.000 Exilpublikationen und mehr als 330 persönliche und institutionelle Nachlässe. Hinzu kommen Archivalien-Sammlungen, umfangreiche Briefkonvolute, Einzelbriefe und Manuskripte. Ergänzt wird das Quellenmaterial durch eine umfassende Handbibliothek.


zum Ort: Deutsches Exilarchiv 1933-1945