© SWR, Foto: Jürgen Pollak

SWR – Funkhaus Mainz

Ehemaliges Landesstudio Rheinland-Pfalz des SWF und heutiger SWR-Sitz

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gründeten im Jahr 1998 die neue öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt „Südwestrundfunk“ (SWR). Der SWR stärkt mit unabhängigem Journalismus, regionaler Vielfalt und Bildungsangeboten die freie Meinungsbildung und verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg.


1998 entstand der SWR durch die Fusion von Süddeutschem Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF). Er ist eine gemeinnützige rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts zur Veranstaltung von Rundfunk und digitalen Inhalten in den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die zweitgrößte Landesrundfunkanstalt innerhalb der ARD. Neben den Hauptstandorten Mainz, Stuttgart und Baden-Baden verfügt der SWR über mehrere Regionalstudios in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Aufgaben des SWR sind angemessen auf die Standorte verteilt.

Im SWR-Staatsvertrag ist festgelegt, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote der „Kultur, Bildung, Information und Beratung“ zu dienen haben. Auch Unterhaltung ist ein Teil des Auftrags (Auszug aus § 3 Abs. 2). Das Programm des SWR soll alle Bevölkerungsgruppen erreichen, sodass sich diese umfangreich über das internationale, europäische, bundesweite und regionale Geschehen informieren können. Damit fördert der SWR die freie und demokratische Meinungsbildung. Der SWR bildet die Vielfalt der Gesellschaft ab und bietet mit seinem unabhängigen Qualitätsjournalismus Orientierung.

Anders als es die heutige medienpolitische Lage vermuten lässt, hatte der Standort Mainz des heutigen SWR nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst keine zentrale Bedeutung für den Rundfunk. An Relevanz gewann der Standort erst, nachdem das Studio Mainz 1951 zum Landesstudio Rheinland-Pfalz des Südwestfunks (SWF) wurde.

Am 31. März 1946 begann das regelmäßige Hörfunkprogramm des SWF aus Baden-Baden. Als Vorläufer des SWF diente bereits ab Oktober 1945 Radio Koblenz, das in Koblenz, dem früheren Sitz der rheinland-pfälzischen Landesregierung, gegründet wurde. Der Hauptsitz der zentralen Rundfunkorganisation unter der französischen Militärregierung wurde jedoch schon Ende 1945 nach Baden-Baden verlagert mit dem Ziel, einen zentralen „Südwestdeutschen Rundfunk“ zu etablieren. Der SWF war Gründungsmitglied der ARD, die im Juni 1950 ihre Arbeit aufnahm. Nach der Länderneugliederung 1952 erstreckte sich das Sendegebiet des SWF auf zwei Bundesländer, statt bis dahin drei: das neugegründete Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Schon im September 1951 nahm das Landesstudio Rheinland-Pfalz in Mainz, dem zukünftigen Regierungssitz des 1946 gegründeten Landes, seinen Betrieb auf und gewann schnell an Bedeutung. Durch das Landesstudio und die weiteren Studios in Rheinland-Pfalz sollten die Kultur und Regionalität innerhalb des Programms der Zweiländeranstalt SWF zur Geltung gebracht werden.

Im Jahr 1960 wurde eine neue Fernseh-Außenstelle und im Jahr 1965 ein neues SWF-Fernsehstudio in Mainz in Betrieb genommen. Ende 1978 wurde das SWF-Funkhaus an der Mainzer Wallstraße eingeweiht, wo es sich auch heute noch befindet. Durch das neue Funkhaus wurde die räumliche Trennung von Hörfunk und Fernsehen aufgehoben. Mit der Fusion des SDR und des SWF zum SWR wurde aus dem ehemaligen SWF-Landesstudio Rheinland-Pfalz das Landesfunkhaus Mainz mit u.a. dem Justitiariat des SWR.

Für das Jahr 2027 ist die Fertigstellung des neuen multimedialen „Aktualitätenhauses“ in Mainz geplant. Dieser zukunftsorientierte Neubau, für den die bestehende Parkgarage am Standort überbaut werden musste, wird eine moderne aktuelle Berichterstattung aus Rheinland-Pfalz ermöglichen.


zum Ort: Südwestrundfunk

Adresse

Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz

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