Ehemaliger SDR-Hauptsitz, heutiger SWR-Sitz
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gründeten im Jahr 1998 die neue öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt „Südwestrundfunk“ (SWR). Der SWR stärkt mit unabhängigem Journalismus, regionaler Vielfalt und Bildungsangeboten die freie Meinungsbildung und verbindet Menschen über Ländergrenzen hinweg.
1998 entstand der SWR durch die Fusion von Süddeutschem Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF). Er ist eine gemeinnützige rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts zur Veranstaltung von Rundfunk und digitalen Inhalten in den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die zweitgrößte Landesrundfunkanstalt innerhalb der ARD. Neben den Hauptstandorten Stuttgart, Mainz und Baden-Baden verfügt der SWR über mehrere Regionalstudios in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Aufgaben des SWR sind angemessen auf die Standorte verteilt.
Im SWR-Staatsvertrag ist festgelegt, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote der „Kultur, Bildung, Information und Beratung“ zu dienen haben. Auch Unterhaltung ist ein Teil des Auftrags (Auszug aus § 3 Abs. 2). Das Programm des SWR soll alle Bevölkerungsgruppen erreichen, sodass sich diese umfangreich über das internationale, europäische, bundesweite und regionale Geschehen informieren können. Damit fördert der SWR die freie und demokratische Meinungsbildung. Der SWR bildet die Vielfalt der Gesellschaft ab und bietet mit seinem unabhängigen Qualitätsjournalismus Orientierung.
Der Rundfunk im heutigen Baden-Württemberg begann 1924: im Mai dieses Jahres erfolgte der Programmstart der Süddeutschen Rundfunk AG (SÜRAG) mit Sitz in Stuttgart. Versorgungsgebiet waren die Länder Baden und Württemberg sowie der preußische Regierungsbezirk Sigmaringen. Die privaten Anteilseigner der SÜRAG wurden, wie bei den anderen Rundfunkanstalten in Deutschland auch, im Rahmen eines staatlichen Zentralisierungsprozesses verdrängt. Die SÜRAG wurde im Mai 1933 in eine GmbH umgewandelt und ab April 1934 war der „Reichssender Stuttgart“ Teil der nationalsozialistischen Rundfunklandschaft.
Bis zu seiner Zerstörung durch einen Luftangriff 1944 befand sich das Funkhaus in Stuttgart im „Alten Waisenhaus“ am Charlottenplatz.
Ab dem 03.06.1945 nahm das US-amerikanische „Radio Stuttgart“ seinen Sendebetrieb im ehemaligen Telegraphenbauamt auf. In der gesamten amerikanischen Besatzungszone verfolgten die USA die Absicht, einen föderal organisierten, von Parteien und Regierung unabhängigen, demokratischen Rundfunk zu etablieren.
Grundlage für die Übergabe des Rundfunks in deutsche Hände war ein von der jeweiligen Landesregierung erarbeitetes Rundfunkgesetz. Württemberg-Baden war das letzte Land in der amerikanischen Zone, welches ein solches Gesetz erhielt. Das Ergebnis, das erst im dritten Versuch von der amerikanischen Militärregierung akzeptiert wurde, ließ sich aber sehen: das am 30.03.1949 verabschiedete Rundfunkgesetz war ein sehr liberales, welches keine Regierungsvertreter in den Gremien vorsah und so die politische Unabhängigkeit des Rundfunks sichern sollte. Am 22.07.1949 schließlich wurde aus „Radio Stuttgart“ der „Süddeutsche Rundfunk“ (SDR). Der SDR war Gründungsmitglied der ARD, die im Juni 1950 ihre Arbeit aufnahm.
Das heutige Stuttgarter Funkhaus, errichtet auf dem Gelände der ehemaligen Stuttgarter Stadthalle, wurde am 10.03.1976 in Betrieb genommen. Der von Rolf Gutbrod entworfene Bau zeichnet sich u.a. durch verschieden gestaltete Sichtbetonteile außen und innen, den drei Hochbauten aus Glas und Aluminium und den unterschiedlich strukturierten Bodenbelägen aus Stein aus.
Das Gebäude war Hauptsitz des SDR und ist heute u.a. Sitz der SWR-Intendanz. Im Jahr 2012 wurde das Funkhaus Stuttgart durch einen angeschlossenen Neubau erweitert, welcher nun die multimediale Produktion unter einem Dach ermöglicht.
zum Ort: Südwestrundfunk

SWR – Funkhaus Mainz
SWR – Funkhaus Baden-Baden
HR – Funkhaus am Dornbusch
Radio Bremen
NDR – Funkhaus Hamburg
SR – Funkhaus Halberg
BR – Funkhausareal München und BR-Campus Freimann