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Sturm und Drang gegen politische Unterdrückung

Georg Büchner

17.10.1813 - 19.2.1837

Georg Büchner gilt bis heute als einer der wirkmächtigsten politischen Schriftsteller des Vormärz. Trotz oder gerade wegen seines frühen Todes erreichten seine Schriften "Der hessische Landbote", aber auch "Dantons Tod" und "Woyzeck" deutschlandweit enormen Absatz.


Bereits während seiner Schulzeit gehörte Georg Büchner zu einem Club literarisch-politisch interessierter Jugendlicher. Durch seine humanistische Ausbildung, aber auch durch die Ereignisse der französischen Julirevolution 1830 wurde er wie andere Altersgenossen in seiner Überzeugung bestärkt, dass jedem Bürger politische Teilhabe und Selbstbestimmung prinzipiell möglich sein sollten. Als er in die Fußstapfen seines Vaters trat und 1831 ebenfalls ein Medizinstudium in Straßburg begann, kam er weiter in Berührung mit demokratischen Ideen, die damals noch als radikal galten.

Nach seinem Studienwechsel nach Gießen lernte Büchner Friedrich Ludwig Weidig kennen, einen Publizisten demokratischer Schriften, der ihm die Veröffentlichung der anonymen Flugschrift Der Hessische Landbote ermöglichte. Die Schrift provozierte bald eine Verfolgung der Autoren und Herausgeber durch die Behörden, da Büchner die unteren ländlichen Schichten von Handwerkern und Bauern gegen die herrschenden Eliten zu mobilisieren suchte – mit dem Aufruf „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“. Mit Weidig gründete Büchner zudem eine Gesellschaft für Menschenrechte. All diese Aktionen führten schließlich zu einer Verhaftungs- und Anklagewelle, der Büchner durch Flucht nach Straßburg entgehen konnte. Hier wandte er sich merklich vom politischen Geschehen ab, vielleicht auch um eine Universitätskarriere anzustreben, die ihm 1836 mit einer Professur in Zürich gelang. Doch schon wenige Monate nach seiner Ankunft in Zürich starb Büchner an Typhus.