Verfassungskonvent Herrenchiemsee

Altes Schloss

Im August 1948 versammelten sich die Delegierten der westlichen Länder zur Beratung eines Verfassungsentwurfes auf der bayerischen Insel Herrenchiemsee. Die Teilnehmer erarbeiteten ein 95-seitiges Abschlussdokument, in dem bereits das wesentliche Grundgerüst des Grundgesetzes vorbereitet war.


Über den Beratungen hing die gewichtige Frage, wie ein geteiltes Deutschland unter Besatzungsstatut eine Verfassung erarbeiten könne. Diese Frage wurde umschifft, indem die neue Verfassung als zeitliches und räumliches Provisorium konzipiert wurde; es ging nicht darum, Deutschland staatlich neu zu konstituieren, sondern es provisorisch neu zu organisieren. Dieses Provisorium sollte auf jeden Fall mit zwei Kammern ausgestattet sein, in dem die StaatsbürgerInnen und die Bundesländer repräsentiert sind, und mit einer Regierung die sich auf eine Mehrheit im Parlament stützen kann. Auch die Ewigkeitsklausel war bereits beschlossen, nach der nicht einmal eine Verfassungsänderung die Grundlagen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung abschaffen kann.

Im Museum im Augustinerkloster können Besucher sich ausführlich mit der Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes beschäftigen.